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Lieber Schwiegermama als Altstadt

  • Mittwoch, der 1. Februar 2017
  • News

Christina Schwanitz ist im Kugelstoßen Weltspitze. 2014 gewann sie die Europa-, 2015 die Weltmeisterschaft. Nach einer mehrmonatigen Pause startet sie heute Abend beim PSD Bank Meeting in die Hallensaison. Ihr mittelfristiges Ziel ist ein Erfolg bei der Hallen-EM in Belgrad Anfang März. Im Interview verrät die 31-Jährige, wieso sie Düsseldorf so gerne mag.

Christina Schwanitz, seit September waren Sie nicht mehr bei einem Wettkampf im Einsatz. Kommen Sie in guter Form nach Düsseldorf?

Naja, es ist mein erster Wettkampf in dieser Saison. Da geht es für mich erst einmal darum, reinzukommen und das richtige Feeling zu bekommen. Das Publikum wird mir helfen, da bin ich mir sicher. Es wird bestimmt ein spannender Wettkampf und ich habe alles getan, was mir in der Vorbereitung möglich war. Aber an meinen Düsseldorfer Rekord von 2014 (19,93 Meter; Anm. d. Red.) werde ich wohl nicht heranstoßen können.

Sie haben die vergangenen Wochen viel Zeit auf einem Lehrgang der Bundeswehr verbracht. Waren Sie mehr an der Waffe als an der Kugel?

Ich war mehr im Auftrag des Dienstherrn unterwegs. Dadurch fehlten mir in der sportlichen Vorbereitung die Basics, viele Technikeinheiten konnten nicht stattfinden. Um es auf den Punkt zu bringen: Mir fehlen jede Menge Stöße.

Wieso haben Sie sich entschieden, nach Düsseldorf zum PSD Bank Meeting zu kommen?

Weil Düsseldorf eine wunderschöne Stadt ist. Weil Düsseldorf die Partnerstadt von Chemnitz ist. Weil mein Mann hier herkommt und weil die Rheinländer so eine positive Art an sich haben. Das gefällt mir einfach. Das Meeting wird ein Spektakel und es ist eine große Ehre als Kugelstoßerin dabei sein zu können.

Wie wichtig ist das PSD Bank Meeting auf Ihrem Weg zur EM nach Belgrad Anfang März?

Es wird mein erster Wettkampf, da kann ich nicht absehen, wie aussagekräftig das Ergebnis sein wird. Aber es wird mit gut tun, den Druck zu spüren und zu wissen, dass eine gewisse Erwartungshaltung auf mir lastet. Daran will und werde ich mich wieder gewöhnen müssen.

Sie sind 31 Jahre jung. Welche langfristigen Ziele streben Sie noch an?

Nächstes Jahr findet die EM in Deutschland statt, das ist ganz klar ein Ziel für mich. Es wird toll, das noch einmal zu erleben. Und natürlich wäre die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Tokio ein Traum.

Bleibt hier in Düsseldorf eigentlich Zeit für einen Altstadtbesuch?

Ich glaube nicht, denn ich bin erst gestern Abend angereist. Da stand dann der Besuch bei meiner Schwiegermutter an, die Zeit bei der Familie ist immer sehr entspannend. Und heute Abend nach dem Wettkampf werde ich ganz sicher nicht in die Altstadt düsen, sondern lieber Zeit mit dem Publikum verbringen. Ich schreibe lieber Autogramme und komme mit den Menschen ins Gespräch, denn es ist doch toll, dass so viele Zuschauer für das Meeting in die Halle kommen.

Vielen Dank für das Gespräch.

(JW)

 

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