Mehr als nur ein Zwischenstopp

Vier Borussia-Profis bei der Tischtennis-EM

Foto: Kenny Beele

von Tobias Kemberg

In Polen spielen Timo Boll, Anton Källberg, Kristian Karlsson und Dang Qiu in dieser Woche um Medaillen bei der Europameisterschaft. Nach einer überragenden Saison auf Vereinsebene und vor dem Beginn der Olympischen Spiele in Tokio sind die Düsseldorfer Tischtennisspieler mit viel Selbstvertrauen und Ambitionen nach Warschau gereist.

Was passt zwischen „Triple“ und Tokio? Richtig, eine Europameisterschaft. Die Tischtennisprofis von Borussia Düsseldorf sehen die kontinentalen Titelkämpfe in Polen aber keineswegs als unnötigen Zwischenstopp auf dem Weg zu den Olympischen Spielen. Im Gegenteil: Die von ihren jeweiligen Nationaltrainern nominierten Timo Boll, Anton Källberg und Kristian Karlsson sowie Zugang Dang Qiu wollen in den Tagen von Warschau allesamt das Bestmögliche herausholen.

Ob zu seinen insgesamt 19 EM-Goldmedaillen weitere hinzukommen, das vermochte Timo Boll im Vorfeld jedoch nicht genau einzuschätzen. Große Ansprüche anmelden, das würde auch nicht zum europäischen Rekordchampion passen. „Zu den letzten Euros bin ich nach einer Verletzungspause und mit wenig Selbstvertrauen angereist. Und es hat trotzdem gut geklappt. Es wird auf jeden Fall sehr schwer, meinen Einzeltitel zu verteidigen“, sagte der 40-Jährige aus dem TEAM 2021 Düsseldorf, der in den vergangenen Wochen wieder stabil und gut trainieren konnte, über seine Chancen.

Mit großer Vorfreude ist Anton Källberg nach Polen gereist. Der 23-Jährige, der im Einzel, mit Jon Persson im Doppel sowie mit seiner Schwester Christina im Mixed antritt, hat eine überragende Saison 2020/21 hinter sich: „Ich hoffe, dass ich meine gute Form aus der vergangenen Spielzeit bei der EM bestätigen kann. Die Chancen für gute Ergebnisse sind da, aber man muss seine Leistung in jedem einzelnen Spiel bringen.“ Im Einzel und Doppel – hier mit seinem Kumpel Mattias Falck – schlägt auch Kristian Karlsson auf. „Nachdem wir zuletzt zwei Mal Silber gewonnen haben, ist es nun Zeit für eine Goldmedaille“, sagte der 29-Jährige, der bei der EM 2018 auch schon im Einzel auf dem Podest stand und Dritter wurde.

Foto: Kenny Beele

Im Einzel- und Doppelwettbewerb wird es ab Donnerstag ernst

Da sich der deutsche Bundestrainer Jörg Roßkopf im Einzel neben Timo Boll für Dimitrij Ovtcharov, Patrick Franziska, Benedikt Duda und Ruwen Filus entschied, startet der ab 1. Juli bei der Borussia unter Vertrag stehende Dang Qiu „nur“ im Doppel- und im Mixed-Wettbewerb. „Natürlich war ich in den ersten Tagen enttäuscht, dass ich nicht im Einzel spielen kann. Das ist ja normal für jeden ehrgeizigen Sportler. Die Trainer standen aber diesmal vor einer schweren Entscheidung, da sechs sehr starke Spieler in Frage kamen“, erklärte Qiu, der im Doppel mit Duda und im Mixed an der Seite von Nina Mittelham spielt, vor dem Beginn der EM-Woche.

Die bis Sonntagabend laufende Europameisterschaft in Warschau findet ohne Zuschauer statt, alle Spielerinnen und Spieler befinden sich rund um die Uhr in einer Bubble. Während es für Boll, Källberg und Karlsson im Einzel- sowie Doppelwettbewerb erst am Donnerstag ernst wird, ging es für Qiu und Källberg im Mixed bereits am Mittwochabend mit der ersten K.o.-Runde los

(
Anm. d. Red./beide Spiele am Mittwochabend waren zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Textes noch nicht beendet).

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