2019 11 22 Maximilian Thorwirth

“Mein Ziel ist es, häufig unter acht Minuten zu laufen…”

  • Montag, der 13. Januar 2020
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Für Maximilian Thorwirth begann das Jahr im Warmen. Der Leichtathlet des SFD 75 bereitet sich in Portugal auf die neue Saison vor. Da will der Läufer, der Teil des Stockheim Team Düsseldorfs ist, sich fit machen für Bestleistungen. Denn er hat noch Hoffnungen auf die Olympia-Qualifikation.

Frohes, neues Jahr! Es geht ja gleich anstrengend los für Sie. Wie läuft so ein Trainingslager?

Ich trainiere hier in Monte Gordo an der Algarve zweimal am Tag. Der Tagesablauf ist immer ähnlich. Morgens um 8 Uhr gibt es Frühstück, um 10 Uhr ist das erste Training. Danach Mittagessen, Kaffee trinken und Mittagsschlaf. Gegen 16 Uhr findet dann die zweite Einheit statt, dann gibt es ein gemeinsames Abendessen. Dann spielen wir noch etwas und dann geht es ins Bett.

Mit wem sind Sie unterwegs?

Wir sind eine bunte Truppe, ich bin hier mit Läufern aus Wattenscheid und Karlsruhe. Wir sind alle befreundet und kennen uns gut. Es sind auch einige Kaderathleten dabei. Die Reise haben wir alle privat organisiert. Mein Trainer Bernd Zahlten ist in Düsseldorf geblieben. Ich werde hier vom Wattenscheider Trainer Tono Kirschbaum betreut, die beiden haben sich vorher ausgetauscht. Ich trainiere ja eh dreimal in der Woche in Wattenscheid mit, da die eine sehr starke Laufgruppe haben. Deshalb ist der Trainer ohnehin im Bild.

Worauf legen Sie Wert im Trainingslager?

Es ist auf jeden Fall harte Arbeit. Wie viel Zeit ich täglich trainiere, das kann ich gar nicht genau sagen. Ein Dauerlauf am Morgen dauert etwa eine Stunde, dann die zweite Einheit etwa anderthalb bis zwei Stunden. Da es auf die Hallensaison zugeht, gebe ich Vollgas. Das bedeutet, dass die Einheiten gar nicht mehr so lang sind wie noch im November und Dezember, weil es nicht mehr ums reine Kilometer sammeln geht, sondern darum, jetzt langsam zum schnellen intensiven Training zu wechseln. Deshalb kann es auch mal sein, dass ich nur einmal am Tag hart trainiere und der Rest dann Zeit Regeneration ist.

Was steht in dieser Saison an?

In der Halle gibt es diesmal zwei Höhepunkte. Das eine ist das PSD-Bank-Meeting am 4. Februar in Düsseldorf. Wahrscheinlich werde ich zehn Tage vorher noch 1500 Meter laufen, um rein zu kommen. Beim Meeting selbst laufe ich dann die 3000 Meter. Am 21. Februar sind dann die Deutschen Hallenmeisterschaften in Leipzig.

Aber über allem schwebt irgendwie Olympia, oder?

Ja, das macht es ja so schwierig, alle Veranstaltungen hängen irgendwie miteinander zusammen. Das PSD-Bank-Meeting ist genau deshalb so wichtig für mich. Mit meinen Vorleistungen ist es schwierig, hochwertige Rennen zu laufen in diesem Sommer, etwa in der Diamond League. Aber gerade das wäre wichtig, um viele Weltranglistenpunkte zu sammeln. Die gibt es aber auch in Düsseldorf, wenn man unter die Top acht kommt. Deshalb ist das eine wichtige Chance für mich. Die muss ich fast schon nutzen, um im Olympia-Rennen zu bleiben.

Wie schätzen Sie die Konkurrenz für das PSD-Bank-Meeting ein?

Ich weiß noch gar nicht, welche Sportler kommen und ob die Ingebritsen-Brüger etwa auch über 3000 Meter antreten. Das Meeting in Düsseldorf ist traditionell sehr stark besetzt. Aber das muss mich nicht interessieren. Wenn ich zu Olympia will, muss ich da auch stark sein.

Können Sie ihre Leistungsfähigkeit oder ihre Bestzeit im Moment schon einschätzen?

In der Halle liegt meine Bestzeit über 3000 Meter bei 8:11 Minuten, draußen bei 8:02. Ich bin jetzt aber besser denn je drauf, was die Ausdauer angeht. Ich denke, über 10 Kilometer etwa würde ich jetzt locker neue Bestzeit laufen. Von daher bin ich fit. Ich traue mir eine 7:55 zu, insgeheim soll es aber noch ein bisschen schneller werden. Mein Ziel ist es, häufig unter acht Minuten zu laufen.

Wie schnell wäre das im Vergleich?

Die Norm für Hallen-EM im vergangenen Jahr lag bei 7:54 Minuten, für die Hallen WM bei 7:50. Das ist schon extrem schnell, aber keine Zeit, die ich für mich ausschließen würde

(PK)