Mit gemischten Gefühlen in den Hockey-Winter

Reicht den DHC-Herren das 2:2 gegen Frankfurt?

Foto: Kenny Beele

von Norbert Krings

Es war ein Hockey-Wochenende, das für die Düsseldorfer Teams in den beiden höchsten nationalen Ligen nicht optimal verlaufen ist. Die DHC-Herren verloren einmal klar und holten dann einen lebenswichtigen Punkt gegen den Abstiegskonkurrenten aus Frankfurt. Die DHC-Damen unterlagen in Köln, um dann Mülheim vom Platz zu fegen. Und die DSD-Herren kamen zweimal gegen Konkurrenten auf Augenhöhe nicht über jeweils ein Remis hinaus.

DHC-Herren: “Eine solche Bundesliga-Saison habe ich noch nie erlebt”, erklärte Dietmar Alf, der gemeinsam mit Sebastian Folkers die Herren des Düsseldorfer Hockey Clubs trainiert. “Die Zweiteilung der Bundesliga ist eine schlechte Entwicklung. Die Mannschaften in der unteren Hälfte beziehen klare Niederlagen gegen die Topteams und spielen quasi unter sich die Absteiger aus.”

Dazu zählt auch der DHC, und der offensichtliche Klassenunterschied wurde am Wochenende deutlich, als das Team vom Seestern am Samstag zunächst gegen den Club an der Alster chancenlos war und 0:6 auf eigener Anlage verlor – und am Tag darauf gegen Frankfurt 1880 2:2 spielte. “Das wird leider so weitergehen, denn wir können uns diese Summen, die da von den Topclubs den Spielern geboten werden, nicht bezahlen”, erklärte Alf, der zudem berichtete, wie “unfassbar” das Verletzungspech und Krankheiten den Kader des DHC dezimiert haben. So musste beim Spiel gegen Frankfurt auch noch Kapitän Clemens Oldhafer nach 15 Minuten verletzt passen.

“Wir müssen Spieler wie den 17 Jahre alten Laurenz Lindemann oder auch einen Julian Stollarz aufbieten, die noch ganz am Anfang ihrer Entwicklung stehen, Talent haben, aber gegen die Topstars noch überfordert sind”, sagte der DHC-Trainer. “Wir haben das große Ziel, vielleicht noch am UHC in unserer Gruppe auf Platz vier zu springen, um den Play-Downs zu entgehen.” Doch Alf glaubt, dass die Hamburger im Frühjahr noch den Dreh finden und sich von unten absetzen werden. Das würde bedeuten, dass man wohl dann gegen den Letzten der Südgruppe in den Play-Downs antreten müsse. Beim 2:2 gegen diesen Gegner – derzeit eben Frankfurt – erzielten Bernhard Schmidt und Moritz Butt am Sonntag die Treffer für den DHC.

DHC-Damen: Nico Sussenburger hatte gehofft, mit den Damen des Düsseldorfer Hockeyclubs am letzten Spieltag ohne weitere Punktverluste in die Winterpause gehen zu können. Doch der Trainer des Deutschen Meisters musste sich ausgerechnet in seiner Heimatstadt Köln eines Besseren belehren lassen. Bei Rot-Weiss gab es eine unnötige 1:3-Niederlage, weil der DHC nicht das schlechtere Team war, aber Effizienz bei der Chancenverwertung vermissen ließ. “Das war eine komplett unnötige Niederlage, da wir eine Unzahl an Chancen liegengelassen und defensiv nicht kompakt gemeinsam agiert haben”, sagte Sussenburger.

Seinem Team waren in diesem Rhein-Derby sieben Strafecken zugesprochen worden, nur aus einer resultierte dann der Ehrentreffer zum Endstand von 1:3. Emma Heßler traf für das Team der Gäste, das einen Tag später gegen Uhlenhorst Mülheim zuhause antreten musste.

Freuen durften sich die Damen den DHC nach dem 7:0 gegen Mülheim. Foto: Kenny Beele

Da sah der Trainer eine “andere” Mannschaft, die von Beginn an konsequent auf Sieg und möglichst viele Tore spielte. “Das war eine gute und klare Reaktion auf das schlechte Spiel am Samstag”, kommentierte Sussenburger das 7:0 gegen die Mülheimerinnen. “Wir haben zielstrebig in allen Vierteln unser Spiel durchgezogen.” Ein Extralob erhielt Emma Heßler von ihrem Trainer, die mit vier Scorerpunkten beste Spielerin auf dem Platz war. Auch Sophia Schwabe durfte sich nach ihrem Hattrick als “starke Abschlussspielerin” ein Kompliment des Trainers abholen. “Jetzt freuen wir uns auf sechs Tage Pause und starten dann in die Hallenvorbereitung”, sagte ein diesmal zufriedener Nico Sussenburger. Die weiteren DHC-Tore hatten Lisa Nolte, Elisa Gräve und Luca Scheuten erzielt.

DSD-Herren: Das Herren-Team von der Altenberg-Straße wollte in der 2. Bundesliga einen optimalen Abschluss der Vorrunde erreichen, um vielleicht auch noch einmal den Sprung in den oberen Tabellenbereich zu schaffen. Doch diese Ziel verpasste das Team von Trainer Tobias Bergmann mit zwei Unentschieden am Wochenende. Gegen den Marienburger SC, der nun mit zwei Punkten weniger als der DSD in die Winterpause der Feldsaison geht, reichte es “nur” zu einem 3:3, obwohl das Bergmann-Team fünf Minuten vor Schluss noch mit 3:2 geführt hatte. Daniele Cioli mit zwei Treffern und Lukas Mertgens waren für den DSD erfolgreich.

Auch gegen Bonn lagen die Düsseldorfer lange in Führung. Beim Tabellenletzten hatte Mertgens bereits früh getroffen. Doch die Gäste schafften es nicht, den Vorsprung über die Zeit zu bringen. Eine Minute vor dem Ende erzielten die Bonner den Ausgleich und verdarben dem DSD-Team die Laune. “Das ist uns jetzt zu oft passiert”, sagte Bergmann, der sich vier Mal in den letzten sechs Spielen mit einem Unentschieden zufriedengeben musste.

Daniele Cioli erzielte zwei Treffer gegen Marienburg. Foto: Beele

Grundsätzlich sind alle – Trainer und Spieler froh, dass nun erst einmal nach elf Spielen in zwei Monaten eine kurze Pause vor der Winter-Hallenrunde ansteht. “Das hat geschlaucht, nicht nur körperlich”, meinte Bergmann, aus dessen Team ja auch einige A-Junioren noch die Doppelbelastung mit der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft hatten.

“Die ausgefallenen Spiele aus dem Corona-Jahr fehlen meiner jungen Mannschaft in der Entwicklung”, erklärte der DSD-Trainer. Inzwischen haben seine Spieler viele gute und auch schlechte Erfahrungen gemacht, was der weiteren Entwicklung sicherlich zuträglich sein wird. Den Vorsprung von vier Punkten auf den Tabellen-Neunten will der DSD im Frühjahr nach der Fortsetzung der Feldsaison dann noch ausbauen, um sich endgültig vom unteren Tabellenbereich abzusetzen.

 

 

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