Preußer geht mit gutem Gefühl ins Spiel

Fortunas Trainer setzt auf charakterstarke Spieler

Foto: Beele

von Norbert Krings

Angst hat er nicht, auch keinen zu großen Respekt vor dieser Aufgabe. Christian Preußer sprach sogar von einem guten Gefühl vor dem Spiel von Fortuna Düsseldorf am Freitagabend in der 2. Fußball-Bundesliga gegen den 1. FC Heidenheim. Vielleicht hat er diesmal auch die richtigen Spieler ausgesucht, die den Karren sprichwörtlich aus dem Dreck ziehen können.

Die Mannschaftsaufstellung gehorcht diesmal nämlich nicht der Taktik. Eher stellt der Trainer sich und der Mannschaft die Charakterfrage. “Es ordnet sich in diesem Spiel  alles dem Ziel unter, die 90 Minuten mit möglichst großer Leidenschaft anzugehen”, sagt Preußer. “Es geht klipp und klar diesmal um das Durchsetzungsvermögen.” 

So erübrigte sich auch die Frage nach dem Personal, wenn man einmal von der Formkurve von Raphael Wolff und dem Vertrauen absieht, das der Trainer seinem “Ersatztorhüter” entgegenbringt. “Ich sehe keine Gefahr darin, dass Rapha zu wenig Spielpraxis haben könnte. Er wird in den nächsten beiden Spiele sein Können und seine Klasse beweisen.”

Jetzt zeigt es sich, ob die Mannschaft richtig zusammenhält

Alle Profis, die in diesem wichtigen Spiel für diesen Verein auflaufen, müssen beweisen, dass sie zurecht in der 2. Bundesliga spielen und zudem alles tun, damit die Fortuna auch dort bleiben kann. Die Kritik an der Spielweise und dem Auftreten seiner Mannschaft in Dresden hat Christian Preußer sehr ernst genommen und fordert nun einen emotionalen Auftritt seiner Spieler gegen den “gestandenen und erfahrenen Zweitligisten” aus Heidenheim. “Gerade in solchen Situationen wird deutlich, wie eng die Mannschaft zusammensteht”, sagte Preußer, der darauf hofft, dass alle bereit sind, das einzubringen, was für ein erfolgreiches Abschneiden entscheidend ist.

Matthias Zimmermann ist noch einer der Spieler, die zuletzt kämpferisch am wenigsten enttäuscht haben. Foto: Christof Wolff

In der kurzen Trainingswoche wurde vor allem an den Zweikämpfen, eben um das Durchsetzungsvermögen zu steigern, gearbeitet. “Das richtige Zweikampfverhalten ist uns zuletzt etwas abgegangen. Wir wollen uns unbedingt gegen die körperbetonte Spielweise von Heidenheim durchsetzen”, sagte der Trainer, dem noch Mut macht, dass die letzten beiden Heimspiele nicht schlecht waren und gegen Hannover vor eigenem Publikum nach einem ordentlichen Spiel nur knapp der Dreier verpasst worden war.

Alles Fortunen sollen Führungsqualitäten zeigen

“Ich muss jetzt nicht die Führungsspieler gesondert auffordern, ihre Aufgaben zu erfüllen. Ich möchte, dass alle ihre Führungsqualitäten einbringen und jeder vorangehen will”, sagte der 37 Jahre alte Trainer, der gespannt ist, wie seine Mannschaft die Zweikämpfe angeht und sehr optimistisch ist, dass die meisten davon an die Fortuna gehen werden.

Dass die Zuschauer während des Spiels auch eine wichtige Rolle in dieser Hinsicht spielen können, ist Preußer bewusst. Er möchte aber nicht, dass dies nur eine einseitige Beziehung darstellt. “Wir müssen erst zeigen, dass wir unbedingt wollen. Und ich habe Vertrauen in unsere Fans, dass sie uns dann auch entsprechende Rückendeckung geben werden, weil sie ein gutes Gespür für die jeweilige Situation haben.” Die Fortuna rechnet wegen der 2G-Regelung nur mit rund 12.000 Zuschauern in der MERKUR Spiel-Arena.

Mit drei gewonnen Punkten wäre nicht nur für das Umfeld große Erleichterung verbunden. “Wir können uns dann von unten wegdrücken”, sagt der Trainer, und das ist es, was sich alle Fortunen wünschen, um nicht ganz tief in den Abstiegsstrudel hineingerissen zu werden. 

Mögliche Aufstellung Fortuna:  
Wolf – Zimmermann, Klarer (bisher vier Gelbe Karten), Oberdorf, Hartherz – Bodzek – Narey, Sobottka, Iyoha – Bozenik, Hennings
Kader: Franz Langhoff (U23) – Prib, Koutris, Nedelcu, Peterson, Klaus, Tanaka, Piotrowski, Lobinger
Es fehlen: Hoffmann (Folgen der Kopfverletzung), Kownacki (Knieverletzung), Appelkamp (Muskelfaserriss), Siebert, Pledl, Kastenmeier (alle Corona) 

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