Radsport-Festival auf der Kö

50. Auflage von „Rund um die Kö“ am Sonntag

Fotos: Kerstin Kortekamp

Einst fuhren Nationalmannschaften über die enge Strecke auf der Düsseldorfer Königsallee, doch irgendwann ließ die Begeisterung nach. Mittlerweile gibt es ein neues Konzept, das eher an ein Radsportfestival erinnert – mit ausgefallenen Rennen, passender Musik, Streetfood und Händlern. Am Sonntag feiert „Rund um die Kö“ Jubiläum.

Ein schöner Tag in der Stadt, besonderes Essen, gute Musik, dazu alles rund ums Rad und mehr als ein Dutzend Rennen – an diesem Sonntag kann man es sich schon nett machen bei der 50. Auflage von „Rund um die Kö“. Oder wie es Carsten Wien im  Interview mit Düsseldorf Tourismus sagt: „Es gibt dümmere Dinge mit denen man einen Sonntagnachmittag verbringen kann, als auf der Kö zu stehen und ein Radrennen anzugucken.“

Wien ist Geschäftsführer von Schicke Mütze. „Laden, Werkstatt & Café. Der Ort fürs Rad“, so die Selbstbezeichnung der Schicken Mütze in der Oststraße. Dieser Tage aber gehört Wien zum Team von „Rund um die Kö“. Organisiert wird das Radrennen vor allem vom Cycling Club Düsseldorf mit dem Vorsitzenden Stephan Hörsken sowie von Alexandra Zajonz von der Eventmarketing Agentur DestinationX.

Die hatten es gar nicht so einfach. Vergangenes Jahr war das Traditionsrennen wegen der Corona-Pandemie ausgefallen, und auch dieses Jahr war lange unklar, ob und wann die Jubiläumsausgabe stattfinden kann. Doch seit einigen Monaten steht fest: Es wird eine geben. An diesem Sonntag. Ganz zur Freude von Alexandra Zajonz: „Viele Düsseldorferinnen und Düsseldorfer wünschen sich eine Rückkehr zur Normalität, zu Live-Events und zum Breitensport. Das treibt uns als Mitveranstalter an.“ Und Stephan Hörsken sagt: „Wir möchten an die Erfolge der vergangenen Jahre anknüpfen und ‚Rund um die Kö‘ sogar noch weiterentwickeln, um den Straßensport nach einem Jahr Zwangspause wieder für eine breite Zielgruppe attraktiv zu machen.”

Das 50. Rennen wird allerdings etwas anders ablaufen als in den früheren Jahrzehnten. Es gab Zeiten, da war „Rund um die Kö“ zwar nur eins von mehr als einem Dutzend Radrennen, die jedes Jahr in Düsseldorf stattfanden, aber der enge Rundkurs über eine der berühmtesten Straßen Deutschlands zog die Prominenz an. „In der Hochzeit hatte das Rennen internationale Strahlkraft, da sind Nationalteams aus den Niederlanden oder Polen angereist“, weiß Carsten Wien. Doch irgendwann war es vorbei mit der Begeisterung, da verloren sich nur noch wenige Menschen an der Strecke.

Stadtmeisterschaften für lokale Radtreffs und Klubs aus Düsseldorf

Als der Cycling Club, 2005 gegründet und mit mehr als 150 Mitgliedern heute der größte Radsportverein in Düsseldorf, und seine Mitstreiterinnen und Mitstreiter die Organisation übernahmen, änderten sie das Konzept. Seitdem geht es nicht mehr um große Namen, die man von den Rundfahrten kennt, es geht vor allem darum, den Aktiven und dem Publikum eine gute Zeit zu bescheren, darum, „Lifestyle und Radkultur miteinander zu kombinieren“, sagt der Vorsitzende Stephan Hörsken.

Das sieht man allein an den Rennen. Es gibt welche für Kleinsten und die Jugend. Es gibt welche für Lastenfahrräder. Es gibt ein eigenes für Frauen. Eins für Hobbyfahrerinnen und -fahrer, eins für Halbprofis, die mit ordentlich Tempo in die engen Kurven gehen. Und dann gibt es die offenen Stadtmeisterschaften für lokale Radtreffs und Klubs aus Düsseldorf, die wie bei der Bahnverfolgung in Vierer-Teams auf den gegenüberliegenden Seiten der Kö starten.

Hinzu kommen Spezialrennen wie das „Fixed Gear Crit“, gefahren wird ohne Bremsen und mit starrem Gang, das Format kommt aus der Kurier- und Subkultur, ist vor allem in Städten wie New York populär.

Die unterschiedlichen Rennen sollen sich auch in der Präsentation spiegeln. „Der Sport ist schon wichtig, aber die Inszenierung gerade auf der Kö ist uns genauso wichtig, es soll ein Gesamterlebnis werden, mit Sport und Partycharakter“, sagt Stephan Hörsken.

Für jedes Rennen gibt es die passende Musik

Also hat sich das Organisationsteam vor allem bei der Musik Gedanken gemacht. „Wie 2019 wird Michael Scheibenreiter auflegen, ein Komponist und DJ, der auch die Rennen musikalisch untermalt“, sagt Hörsken. Soll heißen: Fahren die Kinder, gibt es Kindermusik, fahren die Tätowierten, schrammeln Gitarren aus den Boxen. Für jedes Rennen gibt es die passende Musik, viel davon elektronisch. Durch Bands wie die Elektro-Pioniere Kraftwerk („Tour de France“) gebe es ja ohnehin eine historische Verbindung zwischen Radsport und Musik in Düsseldorf. Die soll wieder aufleben.

Auch beim Essen soll es mehr sehr als die normale Bratwurst. Es gibt diverse Streetfood-Stände, Händler zeigen alles rund ums Fahrrad, auch ein Hersteller von Lastenfahrrädern ist da, die Verkehrswacht beantwortet Fragen. Es gehe eben um mehr, als nur anderen beim Radfahren zuzuschauen, es gehe bei „Rund um die Kö“ darum, auch Leuten, die keine ausgemachten Radsportfans einige gute Stunden zu garantieren. Und, sagt Carsten Wien, auf diesem Weg „die Akzeptanz für Fahrradfahren auf der Kö und generell in Düsseldorf zu erhöhen“.

Alles zu Radsporttag auf der Kö gibt es hier.

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