Christof Kreutzer (Trainer DEG), Kathrin Schmack (2. Stellv. Vorsitzende Leistungssport RC Germania Düsseldorf), David Mondt (Vorstand Jonges), Andreas Preuß (Manager Borussia Düsseldorf), Frank Schiffmann (sportl. Leiter ART Handball)
(Foto: Jonges E.V.)
Christof Kreutzer (Trainer DEG), Kathrin Schmack (2. stellv. Vorsitzende Leistungssport RC Germania Düsseldorf), David Mondt (Vorstand Jonges), Andreas Preuß (Manager Borussia Düsseldorf), Frank Schiffmann (sportl. Leiter ART Handball) (Foto: Jonges e.V.)

Raus aus dem Schatten – zu Gast bei den Jonges

  • Mittwoch, der 17. Februar 2016
  • News

Nachdem es beim Heimatverein Düsseldorfer Jonges e.V. im vorigen Jahr in einer sportlichen Gesprächsrunde um die Nachwuchsarbeit der Fortuna Düsseldorf ging, waren dieses Mal Vertreter vier verschiedener Düsseldorfer Vereine eingeladen, um sich über die „Nachwuchsarbeit im Schatten von König Fußball“ zu äußern, sich auszutauschen und zu diskutieren. Etwa 500 sportinteressierte Jonges verfolgten das Gespräch und die anschließende Fragerunde.

Neben dem Fokus u.a. auf die Stadtentwicklung, die Stadtgeschichte, die Kultur und die Wirtschaft geht der Blick der Jonges eben auch auf den Sport. Somit wurden neben Kathrin Schmack als 2. stellvertretende Vorsitzende Leistungssport vom Ruderclub Germania Düsseldorf auch Christof Kreutzer (Trainer DEG), Andreas Preuß (Manager Borussia Düsseldorf) und Frank Schiffmann (sportlicher Leiter ART Handball) zu einer Gesprächsrunde eingeladen. David Mondt, im Vorstand der Jonges für Sonderaufgaben wie den Sport zuständig, führte durch das Programm: „Wir wollen den kleineren Vereinen außerhalb des Fußballs ein Forum bieten.“

Kathrin Schmack hat selber Leistungssport betrieben und engagiert sich jetzt für den Ruderclub Germania im Leistungssport mit dem Ziel, bei den Olympischen Spielen 2020 Sportler an den Start zu bringen. „Du brauchst als Leistungssportler einen funktionierenden Verein, einen guten Trainer und ein gutes Boot. Es ist damals wie heute, du brauchst Menschen um dich herum, die an dich glauben.“

Vermisst hat die heutige Leistungssportvorsitzende bereits damals das Interesse der Medien an dem Rudersport. „Es ist bis heute noch extremer geworden, die Lücke zwischen Fußball und dem Rest des Sports ist größer geworden. Alle Welt spielt Fußball, obwohl nur wenige das nötige Ballgefühl haben. Auch damals, in den 1980er Jahren haben wir schon gewusst, wie wichtig eine gewisse Medienpräsenz ist, wenn man Sponsoren sucht, Geld benötigt.“

 

Suche nach weiterem Nachwuchs

Über verschiedene Wege kommen die Kinder zum Rudern. Über Geschwisterkinder, die Eltern, über Freunde, Kids in Action oder das Olympic Adventure Camp der Stadt Düsseldorf, über die Veranstaltung an Schulen wie Düsseldorfs schnellste Ruderklasse, über die Schulen selber im Rahmen der Talentförderung – Talentsichtung. Um Kinder zum Rudern zu bewegen geht der Verein auch neue Wege: Es gab ein größeres Fotoshooting mit den Athleten. Wir wollen Vorbilder zeigen – und nennt in dem Zusammenhang echte große Vorbilder aus früheren Zeiten, die an dem Tag anwesend waren: u.a. Gerd Cintl (Olympiasieger im Vierer mit Steuermann, 1960 in Rom) und Helmut Sprunk (Olympia-Vierter im Zweier ohne Steuermann, 1956 Melbourne).

„Da wir große Jugendliche und vor allem Mädchen suchen, entwickeln wir gerade eine Kampagne mit der wir sagen wollen: ‚Liebe junge Mädchen – vergesst die Modelkarriere und kommt zum Rudern! Hier bekommt ihr einen super Body und ihr lernt alles, was ihr für ein erfolgreiches Leben braucht! Kooperation, Durchsetzungsvermögen, Ausdauer.‘ Unsere Trainingsgruppe hat mehr Jungen als Mädchen, aber die Mädchen sind derzeit insgesamt erfolgreicher.“

 

Notwendige Mittel

Wie schwierig es ist, die notwenigen Mittel für den Leistungssport aufzutreiben, ist allen Clubfunktionären bekannt. Der Leistungssport-Etat der Germania speist sich wie üblich aus mehreren Quellen: Aus Mitgliedsbeiträgen (die ganze Clubgemeinde trägt zum Gelingen bei – ohne Breitensport kein Leistungssport). Zudem aus Stützpunktmitteln durch den Verband, das Land, den Stadtsportbund Düsseldorf und durch private Spenden. „Wichtig ist, dass wir auf mehreren Füßen stehen“, so die Leistungssportverantwortliche des Ruderclubs.

„Es ist sehr schwer, zumal wir dringenden Bedarf an einer hauptamtlichen Trainerstelle im Kinderbereich haben. Der Kinderbereich ist derzeit durch vier Übungsleiter abgedeckt. Allerdings ist das kein dauerhaftes Konstrukt, da immer jemand studienbedingt aussteigen könnte.“

Eine neue Trainerstelle zu finanzieren ist unser aktuelles Ziel. „Aber dazu benötigen wir stabile Mittel über einen langen Zeitraum hinweg. Mindestens einen olympischen Zyklus, besser gesichert für zwei Zyklen. Dies zu erreichen, ist derzeit eine große Herausforderung. Es gibt bekanntlich Vorgaben an Vereine, um Fördergelder zu erhalten. Das muss funktionieren, ohne die Gelder ginge es schließlich gar nicht.“

 

An dem Abend wurde deutlich, dass neben dem Fußball genauso in anderen Sportarten ein enormer Ehrgeiz und ein großer Leistungswille vorherrschen. Dass die Verantwortlichen sich mit großem Einsatz für den Verein, die Nachwuchsarbeit und den Leistungssport einsetzen. David Mondt sieht in dem Engagement der Jonges wiederum den Sinn, die Düsseldorfer für diverse Sportarten zu motivieren: „Geht in die Vereine! Der Sport soll vielfältig bleiben.“ In diesem Sinne: Raus aus dem Schatten Fußball…

 (MD)