Reiter- und Rennverein geht neue Wege

Galoppsaison startet mit Fortuna-Renntag

Foto: Horstmüller

von Tobias Kemberg

Neun Termine stehen für 2021 im Kalender, los geht es am Sonntag. Mit sechs Gruppe-Rennen zählt die Düsseldorfer Galopprennbahn dabei auch in diesem Jahr deutschlandweit zu den Top-Fünf, wenn es um die sportliche Qualität geht. Geschäftsführerin Andrea Höngesberg hofft, dass bald wieder Zuschauer auf dem Grafenberg dabei sein dürfen – spätestens aber zum Saisonhöhepunkt mit dem Henkel-Preis der Diana im August.

Ab Sonntag klingen wieder bekannte Sätze wie „die Pferde haben den Führring verlassen“ oder „so geht es den Berg hinauf“ über die Lautsprecher. Die lange Winterpause ist vorbei, der Düsseldorfer Reiter- und Rennverein (DRRV) läutet mit dem Fortuna-Renntag die neue Saison auf der Galopprennbahn auf dem Grafenberg ein. Insgesamt neun Termine sind bis Anfang Oktober geplant, dazu zählen Höhepunkte wie der Königsallee-Renntag mit den German 1000 Guineas oder der Henkel-Preis der Diana.

Gerade der Fortuna-Renntag ist als traditionelle Veranstaltung immer ein Highlight innerhalb unseres Kalenders“, sagt Andrea Höngesberg. Die Geschäftsführerin des Reiter- und Rennvereins würde am Sonntag liebend gerne Zuschauer auf der Anlage begrüßen, doch selbst vor der jüngsten Konferenz zwischen Bundeskanzlerin und Ministerpräsidenten war klar, dass die Saison erst einmal ohne Publikum beginnt. „Veranstaltungen wie im vergangenen Jahr, bei denen 300 Zuschauer dabei sein durften, das sind Goodies für die Hardcore-Fans. Aus wirtschaftlicher Sicht ergibt es ab 3000 Leuten für uns einen Sinn“, erklärt Höngesberg.

Peter M. Endres, Präsident des DRRV, ergänzt dazu: „Wir hoffen sehr, zu unserem großen Saison-Highlight, dem Henkel-Renntag um den Henkel-Preis der Diana am 1. August, wieder eine nennenswerte Anzahl Zuschauer begrüßen zu dürfen. Normalerweise werden die Pferde und Jockeys an diesem Tag von 20.000 Menschen vor Ort angefeuert – Zielgröße für uns müssen dieses Jahr 3000 bis 5000 Besucher sein, um einen ansatzweise wirtschaftlichen Betrieb zu ermöglichen.“ Sonst könnten die wirtschaftlichen Reserven sowie das Nervenkostüm der Macher bald aufgebraucht sein.

Neue Events abseits des Galoppsports

Während die Düsseldorfer Renntage 2020 auch über digitale Wege großen Zuspruch erfuhren, stellt sich die Situation andernorts als weniger stabil dar. Deshalb findet beispielsweise die „Badener Meile“ angesichts der Schwierigkeiten der Rennbahn in Baden-Baden in diesem Jahr einmalig und im Rahmen des Königsallee-Renntages auf dem Grafenberg statt. Mit insgesamt sechs Gruppe-Rennen in der Saison liegt die Düsseldorfer Bahn damit wieder unter den Top-Fünf. „Gerade die Übernahme dieses Rennens ist ein Zeichen für gute Qualität“, sagt Geschäftsführerin Andrea Höngesberg. „Trotzdem wünschen wir den Kollegen in Baden-Baden alles Gute.“

Foto: Kenny Beele

Die sportliche Qualität ist die eine Sache, das Angebot drumherum eine andere. Und diesbezüglich hat der Reiter- und Rennverein sich etwas einfallen lassen. Mit der neuen Kampagne „Renntag ist, was du draus machst“ sollen neue Galoppsport-Fans angelockt werden – sobald sie wieder zugelassen sind. Das Motto: Ein Besuch auf dem Grafenberg ist nicht nur etwas für die „High Society“ oder den notorischen Zocker, sondern bietet Gelegenheit für einen Familientag im Grünen, bei dem alle auf ihre Kosten kommen.

Doch auch abseits des Pferdesports ist immer wieder Kreativität gefragt. So wird es Ende September mit der „Landpartie Grafenberg“ zum ersten Mal eine neue jährliche Messe geben, bei der sich alles um die Bereiche Genuss und Kulinarik, Haus und Garten, Mode und Schmuck sowie Kunst und Lebensart drehen wird. Premiere hat Mitte November zudem der „Firmen-Weihnachtsmarkt Düsseldorf“. „Viele Veranstalter sind auf der Suche nach Open-Air-Locations. Uns liegen noch weitere Anfragen vor, gerade aus dem Bereich Musik und Kultur. Die ,Landpartie Grafenberg’ wird zu einer dauerhaften Sache und soll ab 2022 dann rund um den Maifeiertag stattfinden. Für uns als Reiter- und Rennverein sind diese Art von Events wichtiger denn je.“

After-Work-Renntag erlebt wahrscheinlich erst 2022 sein Comeback

Nicht im sportlichen Programm für 2021 berücksichtigt ist der beliebte und eigentlich wieder mal angedachte After-Work-Renntag. „Der liegt in der großen Schublade der vielen Ideen“, verrät Höngesberg. „Wir haben auch einen konkreten Partner dafür, angesichts der Pandemie-Lage gibt es aber viele Unwägbarkeiten. Wenn abzusehen ist, dass wir dann Zuschauer dabei hätten, könnten wir unter Umständen noch den 9. Juli dafür aus jener Schublade ziehen. Ansonsten ist ein After-Work-Renntag mit vier oder fünf Rennen und anschließender Party aber fest für 2022 angepeilt.“

Auf eine große Party zum Fortuna-Renntag muss am Sonntag verzichtet werden. Trotzdem bietet der Saisonauftakt auch außerhalb der Action auf der Bahn etwas Besonderes. So wird mit einem Portrait im Livestream unter anderem das neue Pferd des F95-Rennstalls vorgestellt. „Wir möchten mit unserem Stream den Zuschauern das bestmögliche Rennbahn-Feeling bieten. Im vergangenen Jahr wurde das sehr gut angenommen. Das wünschen wir uns jetzt wieder – bis dann hoffentlich bald wieder Publikum bei uns auf dem Gelände dabei sein darf“, sagt Andrea Höngesberg.

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