Rückschlag auf dem Wannsee

In der DSBL rutscht der DYC auf Tabellenplatz zehn

Foto: Deutsche Segel-Bundesliga / Lars Wehrmann

Die kleine Euphoriewelle, auf der der Düsseldorfer Yachtclub (DYC) nach den ersten beiden Meisterschaftsregatten in der ersten Deutschen Segelbundesliga schwamm, ist abgeebbt. Nach den Plätzen sechs und vier und Position vier im Gesamtklassement liegend, kehrte nach Platz 18 Ernüchterung bei den DYC-Verantwortlichen ein. Die Düsseldorfer rutschten in der Tabelle auf Platz zehn. „Zugegeben, das haben wir uns anders vorgestellt. Es war ein harter Einschnitt. Uns war klar, dass wir auf dem Wannsee beim Potsdamer Yachtclub ein paar Federn lassen würden, aber dass es so viele sein würden, war doch überraschend“, gesteht Jan-Philipp Hofmann, Sportlicher Leiter des DYC-Bundesligakaders. „Das Resultat haben wir insgesamt als Ligamannschaft zu verantworten, es haben nicht nur die Segler auf dem Schiff in den Sand gesetzt.“

Es gibt auch keinen Grund, in Panik zu verfallen. Vor den letzten beiden DSBL-Regatten der Saison hat der einzige Segel-Erstligist aus Nordrhein-Westfalen als Zehnter noch immer satte neun Punkte Vorsprung vor Platz 15, dem ersten Abstiegsrang. „Wir wollen am Saisonende den Klassenerhalt geschafft haben. Deshalb stehen wir noch nicht mit dem Rücken an der Wand. Aber die Situation ist jetzt wieder etwas angespannter“, so Hofmann. „Aber eigentlich ist alles im Plan. Wir wollten uns in den ersten beiden Meisterschaftsevents ein Polster holen, um zum Saisonende hin dem Klassenerhalt entspannt entgegen segeln zu können. Platz 18 hat jetzt etwas mehr vom Polster weggerissen als gedacht, aber noch ist alles im Plan.“ Und der DYC war nicht der einzige Erstligaclub, der auf dem Wannsee nicht sonderlich gut zurecht kam. So kam der Sieger der bisherigen DSBL-Wettfahrten und damit klarer Spitzenreiter ONE Kiel nur als 15. in die Wannsee-Wertung. Und auch der zweimalige DSBL-Zweite, der Segel- und Motorboot Club Überlingen, konnte als Zwölfter an die bisherigen Leistungen nicht anknüpfen. 

Die Zielsetzung des DYC für die drei Wettfahrttage auf dem Wannsee war Platz zwölf, gerne besser. Doch bereits in den ersten Rennen zeigte sich, dass sich der DYC diesmal eher hinten anstellen muss. „In den meisten Läufen waren wir lange Zeit mittendrin im Spielgeschehen. Aber wir haben zu häufig im letzten Viertel des Rennens Fehlentscheidungen getroffen“, gesteht DYC-Steuermann Julius Schrader. „Das war dann nicht mehr wett zu machen.“ An Motivation mangelte es Schrader, Christoph Swade, Philipp Schrader und Alexander Swade nicht. „Wir haben auch noch in unserer 15. Wettfahrt alles probiert“, verrät der Steuermann. „Insgesamt ist es aber echt bitter. Es tut uns leid für den Rest unseres Kaders und für den Verein.“

Die Analyse des Geschehens hat beim DYC bereits begonnen und erste Lehren wurden gezogen. „ Wir müssen die Meisterschaftsevents besser vorbereiten, ein, zwei Trainings mehr einschieben, wenn coronabedingt keine Wettkampfpraxis in anderen Regatten gesammelt werden kann. Auch die Mannschaft muss so zusammengestellt werden, dass mehr DSBL-Erfahrung an Bord ist“, so Hofmann. Für drei der vier DYCer in Berlin war es die erste Wettfahrt des Jahres, da fehlte es einfach an Wettkampfpraxis. „Wir müssen verstärkt daran arbeiten, dass die kleinen technischen und taktischen Absprachen automatisiert werden. Wir müssen es schaffen, dass Steuermann und Taktiker, egal wer das jeweils ist, die individuell nötigen Informationen erhalten, ohne erst nachfragen zu müssen. Und, wir müssen uns überlegen, wie wir den Trainingsnachteil gegenüber den Küsten- und Seeanrainern ausgleichen können. Wir können nicht mal eben nach der Arbeit noch ein zwei- oder dreistündiges Training auf dem Wasser absolvieren.“ Das heißt wiederum, dass der DYC einen höheren organisatorischen und auch finanziellen Aufwand betreiben will, um sich auf die ausstehenden DSBL-Wettfahrten in Kiel (25. bis 27. September) und Hamburg (8. bis 10. Oktober) vorzubereiten.

(JB)

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