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Sandra Mikolaschek: „Ich hadere nicht…“

Drei Matchbälle hatte Sandra Mikolaschek. Den Halbfinaleinzug bei den Paralympischen Spielen in Rio vor Augen, schied die 19-Jährige von Borussia Düsseldorf aber doch noch aus. Die Rollstuhl-Tischtennisspielerin aus dem Stockheim Team Rio hat sich mittlerweile neue Ziele gesetzt – beruflich wie privat. Für Mikolaschek steht beispielsweise ein Umzug von Grafenberg an die Heinrich-Heine-Universität an, wie sie im Interview mit der Sportstadt Düsseldorf verrät.

Sandra, drei Matchbälle und doch noch ausgeschieden. Verfolgen dich diese Ballwechsel in deinen Träumen?

(lacht) Nein, daran denke ich nur, wenn ich darauf angesprochen werde. Damit habe ich abgeschlossen. Ich weiß auch gar nicht mehr, wie genau diese drei Ballwechsel abgelaufen sind. Die Erinnerung, die bei mir hängen bleibt, ist die Spielstandanzeige auf der eine 10:8-Führung für mich im fünften Satz angezeigt wird.

Wie schwer ist es dir gefallen, dass hinter dir zu lassen? Die Spiele in Rio waren der Moment, auf den du dich solange vorbereitet hast…

Ich hadere nicht. Natürlich war der Moment alles andere als super und natürlich war ich enttäuscht. Aber meine Gegnerin war deutlich erfahrener als ich. Und mich tröstet der Gedanke, dass es vermutlich nicht die letzten Spiele für mich gewesen sein werden. In Tokio 2020 bin ich hoffentlich auch dabei. Und mit der Art und Weise, wie ich in Rio gespielt habe, war ich ohnehin sehr zufrieden.

Konntest du die Paralympics am Zuckerhut auch abseits des Sports etwas genießen?

Ja, denn so schnell komme ich ganz sicher nicht mehr nach Rio. Der Einlauf im Maracana war natürlich ein Highlight und auch die Stimmung in den Stadien war super. Es wurden sehr viele Tickets verkauft, so dass richtig viel los war, trotzdem blieb es unheimlich familiär. Das war schon eine unglaubliche Erfahrung. Natürlich haben wir auch einmal die weltbekannte Statue besucht.

Du hast dich auch sozial engagiert, war zu hören…

Ja, wir haben ein soziales Projekt außerhalb von Rio besucht. Wie die Menschen dort leben, war eine eindrucksvolle Erfahrung. Ich war bei einem Straßenkinderbus, der in einer ländlichen und verarmten Gegend unterwegs war. Dort haben wir auch Tischtennis mit den Kindern gespielt.

Rio liegt hinter dir, welche Pläne treiben dich in Düsseldorf um?

Momentan genieße ich noch meine freie Zeit. Aber zum neuen Semester nehme ich ein Jura-Studium an der Uni Düsseldorf auf. Ich kümmere mich gerade um den Umzug.

Du hast bislang hier im Tischtenniszentrum in Grafenberg gewohnt…

Ja, das wird schon eine gewaltige Umstellung. Hier kenne ich die Leute, alleine schon durch meine Arbeit beim Bundesfreiwilligendienst hier im DTTZ. Hier bin ich aus meinem Zimmer in wenigen Augenblicken direkt an die Trainingsplatte gekommen. Ich kann mir gut vorstellen, dass ich das Leben hier in Grafenberg vermissen werde, freue mich aber auch auf die neue Wohnung an der Uni.

Du kommst aus Sachsen-Anhalt. Fühlst du dich mittlerweile als Düsseldorferin?

Ich fühle mich hier heimisch. In Sachsen-Anhalt ist mein zu Hause, dort lebt meine Familie. Aber hier ist mein Lebensmittelpunkt, hier sind meine Freunde.

Welche sportlichen Ziele treiben dich an?

Nächstes Jahr wird es spannend für mich bei der Team-WM in der Slowakei und bei der EM in Slowenien. Über Medaillen spreche ich nicht, mal schauen, wie es läuft. Dazu kommt die Bundesliga mit der Borussia. Da ist die Ausgangslage klar: Als Titelverteidiger wollen wir auch wieder Deutscher Meister werden.

Viel Erfolg und alles Gute, Sandra.

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