Schwache Leistung, halbwegs versöhnliches Ende

Karaman und Hennings retten Fortuna ein 2:2

Foto: Christof Wolff

von Tobias Kemberg

Gegen Regensburg läuft das Team lange Zeit einem 0:2-Rückstand hinterher. In der Schlussphase sorgen die beiden Stürmer mit ihren Toren dafür, dass zumindest noch ein Punkt herausspringt.

Im Vorfeld des vierten Spieltags hatte Fußball-Zweitligist Fortuna Düsseldorf das zuvor intern gehaltene Saisonziel öffentlich formuliert. Der Sonntagnachmittag zeigte: Anspruch und Wirklichkeit passen derzeit noch nicht zusammen – wenngleich Cheftrainer Uwe Rösler zuletzt noch einmal nachdrücklich um Geduld geworben hatte. Gerade auch, weil ein halbes Dutzend Profis derzeit verletzt fehlt. Das 2:2 (0:2) gegen den SSV Jahn Regensburg bewies dennoch, dass der Bundesligaabsteiger der gerne direkt wieder aufsteigen möchte, extrem viel verbessern muss.

Schlechter hätte es in der leeren Arena aus Düsseldorfer Sicht nicht beginnen können: Nach gerade einmal 23 Sekunden hatte Regensburgs Andreas Albers die Gäste in Führung geköpft, begünstigt durch einen Patzer des jungen Innenverteidigers Jamil Siebert, der für den nicht rechtzeitig fit gewordenen André Hoffmann neben Luka Krajnc ins Abwehrzentrum der Fortuna gerückt war.

Das Team von Trainer Uwe Rösler benötigte ein paar Minuten, um sich wieder – oder überhaupt erst einmal – zu sortieren. Binnen weniger Sekunden hatte die Fortuna dann zwei gute Gelegenheiten zum Ausgleich. Zunächst setzte der zumindest zu Beginn agile Kenan Karaman auf der rechten Seite im Strafraum Thomas Pledl ein. Dessen Schuss (13.) wurde im letzten Moment abgeblockt. Nach der folgenden Ecke stieg der freistehende Florian Hartherz hoch, setzte seinen Kopfball aber deutlich über das Tor (14.).

Youngster Jamil Siebert sieht bei beiden Gegentoren schlecht aus

Als sich zunehmend der Eindruck aufdrängte, die Fortuna bekäme mehr Zugriff, nutzte der Jahn den nächsten Fehler in der Düsseldorfer Defensive zum 2:0. Vor dem Treffer von Sebastian Stolze (20.) sah abermals Siebert nicht gut aus, der sich in der Entstehung vom Torschützen tunneln ließ. Mit dem zweiten Gegentor war es dann auch schon wieder vorbei mit den brauchbaren Offensivaktionen. Die Fortuna spielte schwach, Regensburg schlichtweg effektiv. Insgesamt bewegte sich die Begegnung in den ersten 45 Minuten auf einem überschaubaren Niveau.

Das Spiel hat denkbar schlecht für uns angefangen“, sagte Fortuna-Trainer Rösler. „So war die Mannschaft dann auch ein bisschen verunsichert. Das 0:2 zur Pause hat aus meiner Sicht aber nicht das Spiel wiedergegeben.“ Zu Beginn der zweiten Hälfte wechselte Rösler etwas überraschend nur einmal. Dafür war die Herausnahme des enttäuschenden Brandon Borrello aber in jedem Fall nachvollziehbar.

Foto: Christof Wolff

Für den offensiven Außenspieler kam Kristoffer Peterson. Der legte zwar ein halbwegs ordentliches Debüt hin, das war gemessen am Auftritt zahlreicher Mitspieler nicht besonders schwer. Die Fortuna fand nur selten den Weg in den gegnerischen Strafraum – und wenn es mal gefährlich wurde, dann scheiterten die Versuche kläglich. So wie in der 55. Minute, als eine Peterson-Flanke auf dem Kopf von Pledl landete. Der Mittelfeldspieler bugsierte den Ball allerdings freistehend aus kurzer Distanz in die Arme von Regensburgs Torhüter Alexander Meyer.

Turbulente Schlussphase nach niveauarmen 80 Minuten

Wenig später schien es Karaman (61.) besser gemacht zu haben, doch Vorlagengeber Pledl hatte in der Entstehung des vermeintlichen Anschlusstreffers im Abseits gestanden. Zwischen der 60. und 80. Minute gelang es der Partie, das Level sogar noch einmal zu senken. Das Bemühen war der Fortuna zwar nicht abzusprechen, der Mannschaft fehlten jedoch offensichtlich die Mittel, um einem gut organisierten aber nicht übermächtigen Gegner entscheidend Probleme zu bereiten.

Dann begann die turbulente Schlussphase, in der Karaman (81.) seinem Team mit einem erfolgreich beendeten Sololauf neues Leben einhauchte, der über weite Strecken unauffällige Rouwen Hennings (86.) erzielte per Kopfball den 2:2-Ausgleich. Regensburg hatte die Chance wieder zu antworten, vergab aber in Minute 88, 89 und 90 drei brauchbare Gelegenheiten. So blieb es beim Unentschieden über das sich niemand so recht freuen wollte.

Wir wussten, dass es in der zweiten Hälfte offener wird. Mit dem Tor von Kenan hatten wir das Momentum auf unserer Seite“, sagte Rösler. „Nach dem 2:2 schnaufen wir durch und laden die Regensburger wieder ein. Trotzdem Hut ab vor meiner Mannschaft, die sich heute zurückgekämpft hat.“

Fortuna: Kastenmeier – Zimmer (90. Klarer), Siebert, Krajnc, Hartherz – Bodzek, Sobottka (54. Appelkamp) – Pledl (75. Ofori), Borrello (46. Peterson) – Karaman, Hennings
Regensburg: Meyer – Hein (75. Makridis), Nachreiner, Elvedi, Wekesser – Vrenezi (89. Palionis), Moritz (89. Opoku), Besuschkow, Stolze (69. Saller) – Albers (89. Becker), Caliskaner
Schiedsrichter: Robert Kampka (Mainz)
Zuschauer: keine
Tore: 0:1 (1.) Albers, 0:2 (20.) Stolze, 1:2 (81.) Karaman, 2:2 (86.) Hennings
Gelbe Karten: Sobottka (2.) / Wekesser, Moritz, Nachreiner

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