Sportwerk revolutioniert digitale Trainingsteuerung

Verein „betreut“ Mitglieder trotz Corona ganz individuell

Foto: Sportwerk

von Norbert Krings

Das Sportwerk Düsseldorf ist erneut ein Vorreiter in einer guten Sache. Als NRW-weit erster Sportverein arbeitet das Sportwerk mit einer individualisierten Fitness-App, die nicht nur auf die Bedürfnisse jedes einzelnen Mitglieds zugeschnitten ist, sondern auch von den Vereins-Trainern ganz speziell betreut werden kann.

„Das Sportwerk ist kein einfaches Fitnessstudio, sondern Gesundheitsstätte, Talentschmiede und Kulturfabrik“. So wirbt der Verein, der auch Taekwondo-Bundes-Leistungsstützpunkt ist, für seine Angebote. Aber wie auch alle anderen Sportvereine, -institutionen und Fitnessclubs muss sich das Sportwerk an den von der Bundesregierung in Abstimmung mit den Ländern gefassten Beschluss zur Corona-Pandemie halten. Das normale Sportangebot in der Trainingsstätte an der Volmerswerther Straße und den weiteren vier Standorten in Düsseldorf kann von den Mitgliedern derzeit nicht genutzt werden.

Das Terminal zur Trainingssteuerung. Foto: Sportwerk

Der Verein möchte seine Mitglieder aber nicht „allein“ lassen. So wurde in Verbindung mit der „Mywellness App“ von „technogym“ ein Live Stream-Training entwickelt, das zahlreiche Trainingsvideos zur Verfügung stellt.

Doch das reichte dem Sportwerk nicht. Unter dem Stichwort Trainingsoptimierung wurden weitere Möglichkeiten erschlossen – mit eigenen Tools und Zuschnitt auf die Bedürfnisse des Sportwerks.

„Jeder findet bei dieser Betreuung für sich geeignete Angebote“

„In dieser Corona-Zeit müssen wir schauen, wie wir unsere Mitglieder erreichen, ansprechen und betreuen können“, sagt Tayar Tunc, Vereinsgründer und Stützpunktleiter. „Bereits vor drei Jahren haben wir Angebote entwickelt, die sich in dieser Zeit nun bewähren.“ So konnte man auf bestehenden Strukturen in der Zusammenarbeit mit der Technogym-App aufbauen. Für jedes Mitglied werden zugeschnittene Trainingsprogramme digital verteilt. „So konnten und können wir eine individualisierte Trainingssteuerung vornehmen.“ Es werde zudem nichts einfach nur auf eine Plattform geworfen. Jeder soll individualisierte Trainings-Angebote finden.

Das interaktive Training zuhause macht riesigen Spaß. Foto: Sportwerk

Das, was jetzt erweitert wurde, ist der Streaming-Ansatz. Dabei werden auch die Daten (wie Pulswerte) der einzelnen Mitglieder erfasst und stehen dem Sportler und dem Trainer zur Auswertung und Steuerung bereit. „Übungsreihen und Inhalte stehen dem Mitglied zur Verfügung, und andererseits können noch die Livestreams genutzt werden“, sagt Tunc, der allerdings darauf hinweist, dass diese speziell auf das Sportwerk zugeschnitten und nicht öffentlich einsehbar sind.

„Der Trainer sieht die Teilnehmer und kann dabei Hinweise geben.“ So werden auch die Gruppen entsprechend ausgewählt. „Für unsere Mitglieder übernehmen wir alle Kosten die für die App und die Livestreams anfallen,” sagt Tunc.

Grundsätzlich soll das System auch in einer coronafreien Zukunft fortgeführt werden, so dass man von zuhause das Training fortführen kann. Die Trainer sind inzwischen vollkommen überzeugt, weil auch die App später das normale Training nicht ersetzen soll. „In der aktuellen Phase merken natürlich alle, wie wichtig es ist, die Mitglieder auch digital erreichen zu können“, sagt Tayar Tunc. Zudem hilft die Datenbank, das Training noch individueller zu gestalten.

Das Sportwerk hat den Aufwand für das Angebot gerne in Kauf genommen

Trainer Fabian Fischborn (links) und Tayer Tunc präsentieren das Trainingssystem des Sportwerks. Foto: Sportwerk

Der „Chef“ des Sportwerks ist froh, dass die ganze Sache so gut angekommen ist. „Die Eltern sind froh, dass ihre Kinder zuhause üben und über den Livestream direkt mit dem Trainer kommunizieren können“, sagt Tunc, der natürlich derzeit das Angebot mit seinem Team noch einmal erweitert hat, um der Nachfrage nach sportlicher Betätigung der Mitglieder besser gerecht werden zu können.

„Wir sind einfach in der Lage, die Mitglieder zielgenau zu versorgen. Es ist ein eigenständiges Angebot, so bedarf es aber auch großem Knowhow und Betreuung im Hintergrund“, erklärt der gelernte Physiotherapeut. „Aber man hat auch viel mehr von der ganzen Sache.“ Für die Trainer sei es mehr Aufwand, aber es macht ihnen auch viel mehr Spaß, wie Tunc bemerkt.

Auch die jüngsten Mitglieder des Sportwerks sind mit Feuereifer dabei. Foto: Sportwerk

Die Möglichkeiten sind nahezu unbegrenzt und noch nicht vollkommen ausgeschöpft. „Unsere Mitglieder erkennen den Mehrwert und sind froh, das Angebot so nutzen zu können“, sagt Tunc, der sich auch über die Professionalisierung des Vereinsangebotes freut. „Es hat sich ein neuer Bereich entwickelt und wir könnten sogar eine Mitgliedschaft anbieten, die auf diesem Angebot beruht.“ Für das Projekt hat das Sportwerk finanziell investiert, unter anderem werden auch die Trainingsräumlichkeiten technisch angepasst.

Doch Tayar Tunc kann mit Genugtuung sagen: „Es hat sich gelohnt und zahlt sich für unsere Mitglieder aus. So sind wir auch als Verein weit vorne.“

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