Squire verliert Krimi, Rochusclub punktet

Sieg und Remis für Tennis-Bundesligisten

Foto: Kenny Beele

von Tobias Kemberg

Das 3:3 gegen den zuvor verlustpunktfreien Tabellenführer aus Gladbach könnte am Saisonende besonders wertvoll werden. Zwei Tage zuvor fährt die Mannschaft um Spitzenspieler Jaume Munar und den jungen Henri Squire einen wichtigen 5:1-Sieg gegen Aachen ein.

Seitlich von Platz sechs, oberhalb des Center Courts, saßen und standen mehrere Hundert Zuschauer und fieberten mit dem Jüngsten im Team des Rochusclubs mit. Auf der roten Asche führte Henri Squire im Champions-Tiebreak des entscheidenden dritten Satzes bereits mit 9:5, doch der 20-Jährige brachte das Match nicht über die Ziellinie. Nach den vier vergebenen Matchbällen in Serie ging es hin und her, Squire bekam weitere Chancen zum Sieg, doch nach dem letzten Punkt jubelte sein Gegenüber Michael Vrbensky.

So etwas passiert im Welttennis jeden Tag. Henri wird aus solchen Matches viel lernen. Eigentlich hat er exzellent gespielt, in der entscheidenden Phase hat ihn aber sein Aufschlag, normalerweise seine größte Waffe, etwas verlassen“, sagte Teamchef Detlev Irmler. Der Champions-Tiebreak ging schließlich mit 17:15 an Vrbensky und Squires Niederlage im Einzel bedeutete am Ende eines packenden Spieltags in der Tennis-Bundesliga, dass der Rochusclub dem Tabellenführer aus Gladbach „nur“ einen Punkt stehlen konnte.

Munar und Gabashvili sichern den Punkt mit ihrem Sieg im Doppel

Das war eine der qualitativ hochwertigsten Begegnungen in der langen Bundesliga-Geschichte des Rochusclubs“, ordnete Irmler das Geschehen ein. Nachdem Teymuraz Gabashvili in einem fast ebenso mitreißenden Match auf dem Center Court den Champions-Tiebreak gegen Andrej Martin mit 10:7 für sich entscheiden konnte, pilgerten die Fans auf den Nebenplatz am Klubhaus und fieberten in der Schlussphase mit Henri Squire mit.

Foto: Kenny Beele

Der zeigte über weite Strecken seines Einzels hochklassiges Tennis. Aus dem dominierenden Junior des Tennis-Bezirks Düsseldorf ist spielerisch inzwischen ein Mann geworden. Mit brachialen Aufschlägen und seiner exzellenten Vorhand manövrierte sich Squire immer wieder aus brenzligen Situationen heraus. Der 1,96 Meter große Rechtshänder ist in dieser Saison zu einer festen Größe im Düsseldorfer Bundesliga-Kader geworden, auch wenn ihm in engen Spielen manchmal noch ein Stück Abgezocktheit fehlt.

Für die Punkte beim 3:3 gegen Gladbach sorgten am Sonntag aber andere. Nach Gabashvili gewann auch Jaume Munar sein Einzel und schickte sein Team mit einem 2:2 in die abschließenden Doppel. Squire und Matwe Middelkoop unterlagen in ihrem in zwei Durchgängen, doch Munar/Gabashvili behielten in einem weiteren engen Champions-Tiebreak die Nerven und stellten mit dem 13:11 im dritten Satz über Martin/Vrbensky das wertvolle Unentschieden sicher.

Sieg gegen Krefeld am kommenden Sonntag könnte „Meilenstein“ werden

Die Chance zum Klassenerhalt ist da. Aber noch ist nichts in trockenen Tüchern“, sagte Teamchef Irmler mit Blick auf die Tabelle. Durch den Zähler gegen Gladbach sowie das klare 5:1 im ersten Heimspiel am vergangenen Freitag gegen Aachen, bei dem Munar, Gabashvili und auch Squire ihre Einzel gewannen, hat sich der Rochusclub als Siebter erst einmal von den beiden Abstiegsplätzen entfernt. „Wir werden weiterhin tun, was möglich und nötig ist. Auch wenn ich den Einsatz weiterer Topspieler aus eigener Tasche bezahlen muss“, sagte Irmler.

Dessen Team tritt am Sonntag (11 Uhr) erneut auf der eigenen Anlage an. Dann kommt Schlusslicht Blau-Weiß Krefeld an den Rolander Weg. Dem kommenden Gegner unterlief am Wochenende ein folgenschwerer Fauxpas. Weil Krefeld im Duell mit Blau-Weiß Neuss zwei Nicht-EU-Ausländer einsetzte, wertete der Spielleiter die Begegnung glatt mit 6:0 für die Neusser. „Davon lassen wir uns nicht blenden“, erklärt der Teamchef. „Wenn die mit ihren Topspielern kommen, wird das eine schwere Aufgabe.“

Sollte es in den weiteren Wochen der Saison in der Tabelle noch einmal richtig eng werden, dann stehen die Profis wie Pablo Andujar oder Roberto Carballes Baena parat. Doch schon mit einem Sieg gegen Krefeld am Sonntag könnte sich der Rochusclub fast aller Abstiegssorgen entledigen und damit auch die weitere Planung – gerade aus finanzieller Sicht – deutlich erleichtern.

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