Stell dir vor, es sind die Sommerspiele und…

Es ist gleich zu Beginn „seltsam“, ein Adjektiv welches mir spontan in den Schädel und somit in die Schreibhand floss, als ich mir die Eröffnungsfeier via TV anschaute.

So gut wie keine Zuschauer und lediglich die Großkopferten der teilnehmenden Länder, sowie diverse Honoratioren applaudierten artig, als die Teams aus den unterschiedlichen Ländern mitunter krampfhaft versuchten, Spaß zu verbreiten und wenigstens den Hauch von Normalität rüberzubringen.

Foto: RCGD (Maren Derlien)

Zu dem Zeitpunkt war schon bekannt, dass eine russische Bogenschützin und „unsere“ Leonie Menzel unter der Hitze so extrem litten, dass sie entkräftet zusammenklappten.

Softball (sowas wie Baseball, nur eben soft) und Fußball hatten auch schon etliche Spiele absolviert und somit war die offizielle Eröffnung eh nur fürs Protokoll.

Das Virus hat die tschechische Mannschaft einigermaßen heftig dezimiert, jedoch nicht nur die, sechs polnische Schwimmer hatten wenigstens gesund die Möglichkeit Meilen zu sammeln, ohne Sport zu treiben. Der Verband hatte einen Nominierungsfehler begangen, somit ging’s umgehend wieder zurück.

Wer nun denkt, dass das deutsche Team verschont blieb, der liegt daneben: Radprofi Simon Geschke darf nicht mehr in die Pedalen treten, der Test war positiv, natürlich der Corona-Test, was auch sonst.

Absagenflut unter anderem beim Tennis und sind wir mal ehrlich, Stefan Kuntz ist mit seinen Fußballern auch nicht zu beneiden, das ist allerhöchsten zweite Wahl und warum hat er nicht die Fortuna-Rakete Appelkamp nominiert? Fragen über Fragen.

Das Guinea nach ihrer Absage, jetzt doch wieder mitspielen wollen – Nordkorea blieb übrigens standhaft – und dass Laurel Hubbard aus Neuseeland die Transgender-Diskussion einmal wieder durch ihren Start befeuert, machen diese Spiele für mich keinen Deut spannender.

Ich verstehe es, dass gerade für die Aktiven die Sommerspiele – nach den Absagen so vieler Wettkämpfe in den letzten eineinhalb Jahren – lebensnotwendig ist, besonders aus wirtschaftlicher Sicht, denn ohne öffentliche Erfolge, keine Sponsoren. Als Zuschauer und leidenschaftlicher Sportfan, werde ich mir lange nicht mehr alles anschauen, wie in den vergangenen Jahrzehnten, sondern gerade einmal die Wettkämpfe mit den Düsseldorfer Sportlerinnen und Sportlern plus ein paar wenige andere – aus reinem Lokalpatriotismus.

Rudern, Beach-Volleyball, Tischtennis, Hockey, Golf, Judo und Fechten stehen auf meinem persönlichen Plan, dazu Handball, Basketball, die technischen Leichtathletik-Disziplinen und auch aus alter Leidenschaft werde ich Triathlon genießen.

Wie sieht’s denn bei euch aus? Was habt ihr euch in der Fernsehzeitung angekreuzt? Vielleicht springt ja der Funke noch auf mich über, wir werden sehen.

Euer Heiko Sauer

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