Talent mit einer gewissen Reife

Rollhockeyspieler Nick Heinrichs vom TuS Nord

Foto: Kenny Beele

von Tobias Kemberg

Mit seinen gerade einmal 18 Jahren zählt der Schüler in der Bundesligamannschaft der Grün-Weißen bereits zu den Stammspielern – eine Rolle, in der er bereits absolut aufgeht.

Wer sich mit Nick Heinrichs unterhält, der könnte sich hin und wieder folgende Frage stellen: Ist der Kerl wirklich erst 18 Jahre alt? Ist er. Und doch wirkt das große Rollhockey-Talent vom TuS Nord im Gespräch wie einer derjenigen, die schon seit vielen Jahren mit dabei sind und deswegen gerne mal mit dem abgedroschenen Begriff „Haudegen“ beschrieben werden. Klar in seinen Antworten, reflektiert und absolut ehrlich.

So ganz frisch in der ersten Mannschaft des Rollhockey-Bundesligisten ist der Schüler aber tatsächlich nicht mehr. Schon 2019/20 feierte der Nick Heinrichs sein Debüt unter Trainer Robbie van Dooren, nachdem er zuvor die Jugendmannschaften durchlief und auch in der Regionalliga-Reserve des Unterrather Vereins seine Spuren hinterließ. „Es ist aber nicht nur Robbie, der mir und den anderen jungen Spielern im Training wertvolle Tipps gibt, die Älteren im Team machen das ja genauso“, sagt der technisch beschlagene Heinrichs.

In dieser Saison ist der angehende Fachabiturient aufgrund der dünnen Personaldecke etwas schneller als erwartet zu einer anderen Rolle im Team gekommen. „Ob ich mich schon an die vielen Minuten Spielzeit gewöhnt habe“, fragt Heinrichs mit einem Lachen nach. „Ja, schon nach den ersten beiden Partien. Das ist dann auch schon die größte Veränderung im Vergleich zu meiner ersten Saison bei den Herren.“

Heinrichs und der TuS Nord glauben weiter an ihre Play-off-Chance

Rein sportlich gab es im bisherigen Verlauf der Spielzeit noch nicht viel Positives. Der TuS Nord steht nach nur einem Sieg aus den ersten sieben Begegnungen mit drei Punkten am Tabellenende der aktuell gerade einmal sechs Mannschaften starken Bundesliga. „Es ist trotzdem nach wie vor alles möglich, auch Platz vier und die Play-off-Teilnahme. Wer jetzt sagt, es ist schon alles entschieden, der hat einfach keine Ahnung“, gibt sich die Nummer 19 der Grün-Weißen zuversichtlich.

Das jüngste 4:5 in Darmstadt war sehr ärgerlich für uns. Aber deswegen herrscht keine schlechte Stimmung im Team. Wir kacken uns nicht gegenseitig an, sondern wollen daraus lernen, denn wir sind nunmal eine junge Mannschaft mit personellen Schwierigkeiten in diesem Jahr. Aber es ist, wie es ist. Trotz unseres kleinen Kaders sind wir alle einfach nur happy, dass wir eine Saison bestreiten dürfen. Es kann nur bergauf gehen.“

Mit der Rückkehr von Tobi Paczia hat sich die personelle Lage schon mal ein bisschen verbessert. In André Beckmann wird in den kommenden Wochen ein weiterer Routinier zurückerwartet. Heinrichs: „Es ist nicht immer leicht, wenn du als junger Spieler in einer Mannschaft schon früh eine wichtige Rolle übernehmen musst. Daher wäre es schon cool, wenn noch ein oder zwei erfahrene Spieler mehr dabei wären.“

Foto: Kenny Beele

Der 18-Jährige erlebt die schwierige Saison als Lernprozess

Neben Heinrichs zählen mit Ben Barnekow und dessen jüngerem Bruder Mats zwei weitere Hoffnungsträger für die Zukunft bereits zum Bundesligateam. „Ganz junge Leute wie Mats in engen Spielen reinzuwerfen, ist natürlich eher schwierig“, weiß Heinrichs. „Das Praxissammeln beschränkt sich dann meist noch aufs Training.“

In diesem bereitet sich der TuS Nord aktuell auf ein ganz wichtiges Auswärtsspiel vor. „Wenn wir in Cronenberg gewinnen, haben wir den Anschluss an Platz vier wieder hergestellt. Wir wissen um die Wichtigkeit dieses Spiels“, sagt Nick Heinrichs, der die sportlich komplizierte Saison so erlebt: „Man lernt seine Grenzen kennen. Du musst in jedem Training und in jedem Spiel alles geben. Das bringt uns alle weiter. Ich hoffe, dass man das in Zukunft auf dem Spielfeld und an den Ergebnissen auch merkt. Es kann nur positiver werden. Wir sind ja nicht viel schlechter als die anderen.“

Gefreut hat sich Nick Heinrichs zuletzt über sein erstes Saisontor, erzielt bei der ärgerlichen 4:5-Niederlage in Darmstadt: „Das war ja auch mal fällig. Aber lieber wäre mir gewesen, wenn wir dort gewonnen hätten.“ Auch so ein Satz, den vermutlich nicht jeder 18-Jährige sagen würde.

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6:7 (OT)

1:4

3:2

0:1

1:0

3:1

2:1

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