Gold – und trotzdem immer weiter…

Taekwondo-Macher Tayar Tunc geehrt

Foto: Kenny Beele

von Norbert Krings

Tayar Tunc ist ein Macher und fühlt sich trotzdem nicht als Funktionär. Er ist immer noch Trainer und arbeitet sehr gerne mit lernwilligen Kindern, die Spaß an der Sportart Taekwondo haben. Und der 52-Jährige leitet trotzdem auch noch den Bundes- und Landesstützpunkt Taekwondo, der im Haus des Sportwerkes an der Vollmerswerther Straße untergebracht ist. Dieser Verein ist auch sein Lebenswerk.

Die Goldmedaille, die er nun von der Deutschen Taekwondo Union (DTU) erhalten hat, ist für ihn zwar auch eine Auszeichnung für die Leistungen, die sein Verein im Team gemeinsam mit ihm vollbringen konnte. „Tayar Tunc hat das Sportwerk zum größten Taekwondo-Verein in NRW aufgebaut und ist durch ihn zu einem der wichtigsten Vereine Deutschlands und sogar zu einer der wichtigsten Säulen im deutschen Taekwondo-Spitzensport geworden“, sagte Richard Solarski von der DTU in seiner Laudatio bei der Übergabe der Ehrennadel und der dazugehörigen Urkunde. Neben seinem enorm hohen Einsatz für den Verein, den Bezirk, den Landes- und Bundesverband würdigte der Verband Tunc auch für dessen Engagement bei der Integration und die Etablierung von Taekwondo als Schulsport.

Tayer Tunc sieht die Auszeichnung auch als Ansporn. Foto: Sportwerk

Die Ehrung hat Tunc nur kurz innehalten lassen, um ihm einen Rückblick auf eine erfolgreiche Karriere zu gestatten. “Die Jahre sind nicht spurlos an uns vorbei gegangen”, sagt der 52-Jährige. “Wir werden nicht weniger, aber wir werden es anders machen.” Das neue Konzept beinhaltet neben räumlichen Veränderungen auch Überlegungen die sportliche Ausbildung anzupassen, sie moderner und zeitgemäßer zu gestalten. “Unser Spirit richtet sich nach vorne und wird vor allem durch die handelnden Personen getragen”, sagt Tunc, der mit leuchtenden Augen berichtet, dass er noch viel mit seinem Team vorhat, um die ehrliche Arbeit, die den Verein auszeichnet, in weitere sportliche Erfolge münden zu lassen.

Nur wer früh anfängt, hat im Taekwondo eine Chance später erfolgreich zu sein 

“Wir wollen keine Eintagsfliegen oder Zufalls-Erfolge. Wir brauchen eine Konstanz auf einem höheren Level”, sagt Tayar Tunc. Das habe mehr Wert für den Verein, der vom Teamgeist lebt. Die Vorzeigefigur des Taekwondo-Sports in Düsseldorf spricht von einer längst veränderten Welt in seiner Sportart. “Man kann nicht mehr mit zwölf Jahren anfangen und dann mit 15 oder 16 Jahren daran denken, große Erfolge zu feiern”, sagt er.

Nur wer mit sieben oder acht Jahren startet und die Grundtechniken dann nach und nach verbessert, hat zudem nur mit riesigem Trainingsfleiß und natürlich Talent die Möglichkeit, in den Spitzenbereich zu gelangen. “Und da sind uns einige andere Länder in der Förderung weit voraus”, sagt Tunc.

Tayar Tunc engagiert sich sehr in Sachen Integration. Foto: Kenny Beele

Neben Sportlern, die sich quälen können, bedarf es auch an Trainern, die andere Menschen begeistern können. Und über die verfügt das Sportwerk.

Das gilt auch für die soziale Kompetenz. Bei allen was er tut, hat Tayar Tunc die Integration im Blick. „Sobald jemand durch die Tür des Sportwerks kommt, ist er nur noch Mensch. Uns ist völlig egal, aus welchem nationalen, kulturellen, religiösen oder sozialen Hintergrund er oder sie kommt“, erklärt Tunc. „Wir behandeln alle gleich.“ Doch er bezeichnet die Integration als schweres Thema. “Die Gesellschaft geht damit nicht ehrlich um”, sagt er. Allerdings verlangt er dann auch richtige Integration und nicht nur die Inanspruchnahme von Leistungen durch den Verein. “Jeder profitiert davon und sorgt so für das Klima, das wir uns in diesem Verein wünschen.” Intergration ist für Tunc eben etwas anderes als reine Sozialarbeit.

Tunc selbst ist es leid, in der Stadt an Türen zu klopfen, die sich nie öffnen werden. “Ich bin mir in Sachen Engagement für den Verein und die sozialen Anliegen für nichts zu schade”, sagt der Vorsitzende des Sportwerkes. “Aber ich will keinen Leuten mehr etwas erklären, die es vornherein nicht verstehen wollen.” Es sei eine bittere Erkenntnis, aber manchen maßgeblichen Leuten sei es “wurscht”, dass es Vereine und Menschen in der Stadt gibt, die Unterstützung brauchen.

TAYAR TUNC: Als Trainer im Breiten- und Spitzensportbereich hat der Inhaber der A-Trainer-Lizenz zahlreiche TopSportler betreut und in die Spitze geführt. Als Prüfer nimmt Tayar Tunc in jedem Jahr bundesweit mehrere hundert Technikprüfungen ab. Zudem hat er in Zusammenarbeit mit dem Verband am Sportwerk bereits mehr als 500 Trainer ausgebildet.
Zuletzt wurden die deutschen Meister 2018 in Düsseldorf gekürt.

Am vergangenen Wochenende war ein “Großaufgebot” von Top-Taekwondoka im Sportwerk beim “International Sparringsday” zu Gast. Foto: Sportwerk

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