Thorwirth: Ich will die Chance nutzen

Bei den "Deutschen" soll es mit der Qlympia-Quali klappen

Foto: Beele

von Norbert Krings

Die Qualifikation für Olympia hängt für Langstreckler Maximilian Thorwirth am seidenen Pfaden. Am Wochenende bei den Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Braunschweig muss der Läufer aus dem TEAM 2021 Düsseldorf möglichst viele Weltranglisten-Punkte oder/und eine tolle Zeit erreichen, damit der Traum von der Teilnahme an den Olympischen Spielen in Tokio 2021 noch wahr wird. Wir sprachen mit dem 26-Jährigen.

Herr Thorwirth, was war bei den Team-Europameisterschaften im polnischen Chorzów am vergangenen Wochenende los?

Max Thorwirth: Es war natürlich eine Ehre, für Deutschland zu starten Und es tat sehr weh. dort eine so schlechte Leistung auf die Bahn gebracht zu haben. Ich weiß momentan nicht, woran es liegt, das Rennen hätte mehr hergeben müssen. Da gibt es auch keine Ausrede – immerhin konnte ich noch dem fünften Platz für Deutschland retten, aber es passt irgendwie zu meiner aktuellen Lage, dass wir als Team dann auch noch das Podium verpassen.

Stimmt die Form bei Ihnen nicht?

Thorwirth: Die Saison läuft überhaupt nicht so, wie ich mir das vorgestellt habe. Beide Wettkämpfe – auch das Event in Wien vor den Team-Europameisterschaften – sind nicht gut gelaufen. Das ist natürlich jetzt nicht die beste Situation, mit zwei solchen Wettkämpfen in die deutsche Meisterschaft zu gehen. Aufgeben bringt auch nichts, und ich weiß, dass ich es irgendwie in mir drin habe. Ich werde wieder alles reinwerfen, und hoffe, dass diesmal ein besseres Ergebnis dabei rauskommt.

Haben Sie eine klare Erklärung dafür?

Thorwirth: Nein, und das macht es nicht einfacher und ist frustrierend. Ich will keine Ausreden benutzen, die Rennen haben mehr hergegeben. Und das Training läuft eigentlich auch ganz gut. Wir schauen, ob wir bei den Blutergebnissen irgendetwas finden – ob etwas im Körper ist. Es ist aber offensichtlich eine Phase, in der ich nicht weiß, was da abläuft.

Eigentlich schien das Training vielversprechend zu sein, die Ergebnisse waren ja auch okay…

Thorwirth: Ja, das stimmt. Ich fühlte mich eigentlich auf einem guten Weg. Die Trainingszeiten haben das angedeutet. Ich war superselbstbewusst, sonst hätte ich in den Interviews nicht so optimistische Töne angeschlagen. Umso frustrierender ist es dann, wenn man einen so auf den Deckel bekommt.

Max Thorwirth hofft, wieder an seine Bestform anknüpfen zu können. Foto: Kenny Beele

Es waren jetzt nicht zwei komplette Katastrophen-Rennen, aber halt völlig anders, als ich es mir natürlich vorstelle und woran ich mich messen lassen muss. Dass es aus dem Nichts mal gar nicht läuft, diese Situation kenne ich nicht. Diese Situation muss ich jetzt annehmen, und die Deutschen Meisterschaften sind wieder ein anderes Rennen.

Wie gehen Sie das an?

Thorwirth: Ich weiß nicht, ob es ein taktisches oder ein schnelles Rennen wird. Auf jeden Fall hoffe ich, dass der Knoten platzen wird. Der Deutsche Meister wird vorrangig nominiert, wenn er die Kriterien erfüllt. Ich gehe nicht davon aus, dass sich mehr als drei Läufer, wenn überhaupt, für Olympia qualifizieren. Daher spielt die Rangliste da keine große Rolle mehr. Aber es gibt viele Weltranglistenpunkte, wenn es ein schnelles Rennen wird. Ich gehe in den Wettkampf, um die bestmögliche Platzierung herauszuholen. Was es dann für Olympia bedeutet, werden wir am Ende des Tages sehen. Ich will jetzt abliefern. Vielleicht ist es besser nicht ganz so versteift auf Olympia zu sein. So ein Lebenstraum macht ja auch Druck und vielleicht lähmt er auch etwas.

Aber Sie sind mit 26 Jahren ja noch jung genug…

Thorwirth: Nach der Hallensaison war die Hoffnung halt sehr groß und ist sie immer noch. Und wenn man so eine Chance hat, will man sie auch nutzen. Ja, es stimmt, ich bin noch jung. Aber ob man die Chance noch mal bekommt, weiß man nicht. Weil man nicht abschätzen kann, wie die Karriere weitergeht. Es kann so viel passieren, Verletzungen und Pandemien können dazwischenkommen. Man wird von so vielen Leuten unterstützt, dass man ihnen auch auf jeden Fall etwas wiedergeben möchte.

Gibt es auch jetzt sowas wie eine mentale Vorbereitung?

Thorwirth: Ja, ich spreche natürlich mit meinen Trainern. Und ich fahre noch mal aufs Land zu meiner Familie, um noch mal abzuschalten.  Viel trainieren ist jetzt nicht mehr, lieber neue Energie bei der Familie tanken.

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