Umbruch im Fuchsbau

Das Volleyball-Team des ART

Fotos: ART

von Bernd Schwickerath

Die Zeiten in der dritten Liga sind für die Füchse erst mal vorbei. Das Volleyball-Team des ART Düsseldorf spielt derzeit in der Regionalliga und baut sich nach vielen Abgängen wieder auf. Und auch wenn diese Saison noch nicht alles nach Wunsch läuft, sind sie mit Blick auf die Zukunft guter Dinge. Dabei hilft auch eine japanische Anime-Serie.

Wenn in letzter Zeit über Volleyball in Düsseldorf gesprochen wurde, hatte das stets mit Sand zu tun. Ob Beach Liga oder Beach Trophy, ob Karla Borger oder Julia Sude, ob Alexander Walkenhorst oder Sven Winter – für Schlagzeilen sorgten die Events und Erfolge im Beachvolleyball. Dabei gibt es natürlich auch noch klassischen Hallenvolleyball in Düsseldorf. Allen voran die Füchse in der Männer-Regionalliga.

Die haben am Samstagabend ihr nächstes Heimspiel, ab 19 Uhr geht es in der Halle der Realschule Golzheim gegen VV Human Essen II. Und ein Sieg wäre da ganz nett, in den ersten vier Saisonspielen gab es ja erst einen. Doch Kapitän André Mayer bleibt trotzdem entspannt: „Ich bin begeistert von unserem Teamspirit, der ist unser Rückgrat“, sagt das Urgestein der Füchse.

Seit Juni 2009 ist der gebürtige Leipziger in Düsseldorf. „Ein Monat später habe ich die Füchse kennengelernt, die haben mich sofort aufgenommen, wie eine zweite Familie“, sagt Mayer, der große Zeiten mit dem Team erlebte. Damals war das noch ein Zusammenschluss vom ART Düsseldorf mit dem CVJM Ratingen. „Und durch den Aufstieg in die dritte Liga haben wir einen kleinen Hype ausgelöst, auch wenn man in einer Stadt mit vielen Erst- und Zweitligisten bescheiden bleiben muss, waren wir eine richtige Marke“, sagt Mayer.

Nur fünf Teams in der Gruppe

Diese Marke gibt es bis heute, aber der Hype hat natürlich nachgelassen. Aktuell spielt das Team in der vierten Liga, die Ratinger stiegen bereits 2018 aus dem Projekt aus. Und dann traf die Corona-Krise natürlich auch den Volleyballsport. Die vergangene Saison wurde nach wenigen Spieltagen abgebrochen, auch die aktuelle ist „eher eine Übergangssaison“, sagt Trainer Eugen Mitzel, sie wird nur in kleinen Gruppen gespielt. Und in der der Düsseldorfer hat auch noch das Team aus Solingen zurückgezogen. So spielen nur noch fünf Mannschaften die Plätze für die nach der Hinrunde folgenden Auf- und Abstiegsrunden aus.

Bei den Füchsen selbst hatte es schon vor der vergangenen Saison einen Umbruch gegeben. Viele Alte gingen. „Die eigentlichen Füchse haben sich mehr oder weniger aufgelöst, nur André Mayer und Philip Rohrschneider sind geblieben“, weiß Eugen Mitzel, der das Team als Trainer übernahm und mit den beiden Routiniers eine neue Mannschaft aufbaute. „Im Großen und Ganzen sind das die ehemaligen zweiten Herren, die vorher eher in der Oberliga und der Landesliga gespielt haben“, sagt André Mayer. Das sei „sportlich eine Herausforderung, in der Regionalliga Schritt zu halten“, aber er glaubt dran.

Auch Trainer Mitzel ist guter Dinge. Zwar könnte das Team derzeit „besser dastehen, wir hatten ein paar Ausfälle, uns fehlte zuletzt manchmal die Durchschlagskraft auf der ein oder anderen Position, die Mannschaft war nicht ganz auf der Höhe“. Aber grundsätzlich ist er zufrieden mit der Entwicklung. Nun gehe es darum, „die Mannschaft zu stabilisieren und einen Kern aufzustellen, der regionalligatauglich ist“. Dann sei irgendwann auch wieder mehr drin: „Wir mussten die Mannschaft verjüngen. In den nächsten Jahren kann man vielleicht wieder an einen Aufstieg denken.“

Boom beim Nachwuchs

Noch ist der aber kein Thema. Noch geht es darum, durch die Corona-Zeit zu kommen. Umso glücklicher ist André Mayer, der sich auch ums Marketing kümmert, dass es Zuwächse in der Jugend gibt. Eigentlich war der während einer Pandemie nicht zu erwarten, aber der Zufall half. „Es gibt eine japanische Volleyball-Serie, die bei Kindern und Jugendlichen unheimlich populär ist.“

So etwas gab es schon mal, „Mila Superstar“ in den Neunzigern. Die aktuelle Anime-Serie heißt „Haikyu“ und hat vielerorts für einen Boom gesorgt. „Bei uns waren letzte Woche 52 Kinder beim Training“, sagt Mayer. Vielleicht sind in ein paar Jahren ja welche davon in der ersten Mannschaft zu sehen.

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