Und Ihr so?

Es reicht ja schon lange nicht mehr, mit dem Selbstgestrickten „Flagge zu zeigen“, Trikots und Caps wurden zur Selbstverständlichkeit und Fähnchen wedeln… ok, ja aber der Burner ist das nun auch nicht mehr, um seine Verbundenheit zum Sport und seinem Club zu zeigen.

Heute sieht das Fanwesen mit seinen Utensilien ein wenig anders aus.

Es muss schon im Auto-Nummernschild klar sein, für welches Team das Herz schlägt. Es versteht sich von selbst, dass die Aufkleber auf der Rückscheibe, die Schonbezüge und die Fußmatten mindestens das Logo und die Farben beinhalten.

Dass das Duftbäumchen und der Eiskratzer ein Fanartikel ist, ist klar und zum Supporter-Standard gehört hier und da auch die Vereinshymne als Hupsignal.

Oder Tattoos, die natürlich als Vereins-Emblem in diverse Körperteile eingestochen und der Signalträger für den Fan sind. Da macht es übrigens nichts aus, im tiefen Winter in kurzer Hose ins Stadion zu latschen und die steifgefrorene Wade mit dem Bildchen vorzuzeigen. Hauptsache cool.

Wer von euch hat das Logo auf dem Hintern und warum eigentlich sah ich bisher niemanden im String in einer der Eishockey-Arenen? Weicheierei oder was?

Bildschirmschoner und Mousepad mit Schläger und Puck, nichts Besonderes mehr. Babystrampler und Schnuller, total etabliert, da fehlen jetzt nur noch die Windeln, die dann natürlich nur in den Farben des ungeliebten Gegners – damit der dampfende Haufen mit Wonne und Wucht sich hinein verabschiedet – und es erstmals Spaß macht, das Teil in die Mülltonne zu feuern. Da bekommt die robuste Aussage: „Scheixx-Verein“, gleich mal den unumstößlichen Sinn.

Was mich immer wieder fasziniert – und das hab ich auch schon bei einem DEG Fan erlebt – das ist das Erschaffen eines Kult-Raumes im Haus. Da werden die Wände in den Farben gestrichen, da hängen altehrwürdige Trikots mit viel Pathos unter Glas an der Wand und aus einem Tor wurde – mit einer Holzplatte drauf – ein Tisch, gebrauchte Sitzschalen auf Gestelle wurden Stühle usw.

Das es natürlich da auch so riecht, wie neben einem Imbisswagen und das Catering mindestens genau so mies (oder auch gut) ist, wie im echten Stadion, versteht sich von selbst. Übers Klo schreibe ich jetzt mal lieber nichts.

Schon Wahnsinn!

Ab und zu, wirklich nur manchmal, wünsche ich mir doch die Bommelmütze und den löchrigen Fan-Pullover zurück. Manchmal tut Oldschool gut und nicht die Überforderung mit Utensilien, die man ungefähr so nötig hat, wie Corona. Manchmal.

Euer Heiko Sauer

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