Dyc

Unzufriedenheit mit dem Berliner Wochenende

  • Dienstag, der 25. August 2015
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Der DYC zwischen Lust und Frust bei der DSBL-Regatta auf dem Wannsee

SBL_quer_B_links4C6517ebffa8f9Sie können segeln, richtig gut sogar. Das beweisen die beiden ersten Plätze im fünften und sechsten Lauf des Düsseldorfer Yachtclubs (DYC) bei der fünften Meisterschaftsregatta der ersten Deutschen Segelbundesliga 2015 (DSBL) auf dem Berliner Wannsee. Was der „Studentencrew“ noch fehlt, ist die Leistungskonstanz auf hohem Niveau. So landete die DYC-Bundesligamannschaft nach den 15 „Berliner“ Wertungsläufen auf Platz 14. „Wir haben gezeigt, dass wir es können, aber nach den beiden ersten Plätzen haben wir es nie wieder so gut hin bekommen. Irgendetwas ist immer schief gelaufen. Am Ende überwog leider der Frust“, analysierte DYC-Steuermann Julius Schrader. Vor den beiden abschließenden DSBL-Regatten liegen die Düsseldorfer auf Relegationsrang 15 unter den 18 Erstligisten. „Wir liegen jetzt zehn Punkte hinter dem Münchner Yacht-Club auf dem ersten direkten Nichtabstiegsplatz. Es wird schwer, diese Lücke zu schließen, aber wir sind top-motiviert. Wir wissen, wie schnell sich das Blatt wenden kann. Das haben wir ja in Berlin am eigenen Leib erfahren“, meint Schrader.

Auf dem Wannsee war die totale Flexibilität gefragt. In den drei DSBL-Tagen ging es sozusagen von null auf hundert: Flaute an Tag eins bis hin zu gutem, mittleren Windstärken an Tag drei. Es war alles dabei. Die Crews ließen sich von den schwierigen Bedingungen nicht beeindrucken, sie zogen ihr Ding durch. So auch der DYC in den ersten sechs Läufen. Zwei Siege, ein zweiter und ein dritter Platz im Feld der jeweils sechs Boote, alles war in Ordnung. Doch dann kam irgend jemand, der in einem unbeobachteten Moment den DYC-Erfolgsfaden durchtrennte. In den nächsten sieben Wettfahrten kam der DYC nicht über Platz vier hinaus, segelte sogar dreimal auf Rang sechs und war damit letzter im Ziel. „Zweimal produzierten wir einen Frühstart, waren im Feld eingekesselt und konnten nicht schnell genug wenden, um regelkonform über die Startlinie zu fahren. Als es geklappt hat, waren die anderen Boote schon weit weg. Einmal hatte sich der Gennaker verhakt und wir haben ihn gut zwei Minuten lang nicht frei bekommen. Und teilweise haben unsere Manöver nicht so geklappt wie gedacht. Irgendwie war immer was“, ärgert sich Schrader. Für den DYC war eben auch alles dabei.

Mit der Leistung seines Bruders und DYC-Bundesliganeulings Philipp Schrader ist der Steuermann zufrieden. „Philipp hat seine Sache als Vorschiffmann sehr gut gemacht und sich als echte Alternative präsentiert“, urteilt Julius Schrader. Die DYC-Crew konnte in der Bundeshauptstadt nicht in der ursprünglich geplanten Besetzung antreten. Für den erkrankten Henrik Vieregge sprang kurzfristig Mathias Weidenbach ein.

Bis zum 25. September, wenn in Überlingen am Bodensee die vorletzte DSBL-Regatta ansteht, wird der DYC-Bundesligakader verstärkt trainieren, um die Chancen auf den direkten Klassenerhalt zu verbessern.