Warum Japan wichtig für Fortuna ist

Ao Tanaka könnte ein Glückstreffer werden

Auf dem Weg zum großen Star - Ao Tanaka? Foto: Christof Wolff

von Norbert Krings

Düsseldorf ist die zweite Heimat für viele Japaner in Europa. Es gibt mehr als nur ein Stadtviertel, in dem die vielen Japaner in der Stadt leben und einkaufen. Und Fortuna profitiert davon…

Rund um die Immermannstraße sieht man besonders viele japanische Gesichter. Dort werden auch in einem Hotel regelmäßig die neuen Spieler der Fortuna untergebracht. Das gilt neben Nicklas Shipnoski auch für Ao Tanaka, der sich freut, eine Art Heimatgefühl an seiner  neuen Wirkungsstätte zu haben. Doch lange war er nicht in Düsseldorf, bevor er dann wenige Tage nach seiner Verpflichtung schon wieder in Richtung Japan und Olympische Spiele aufbrach.

So war also Japan für die Fortuna schon in der Vergangenheit ein wichtiges Land, und einige Spieler von dort haben ihr Können im Trikot des Traditionsvereins zeigen können. Trotz der engen Verbindung der Stadt und dem Werbewert der Spieler aus dem Land der aufgehenden Sonne ist Tanaka erst der neunte Japaner, der einen Profivertrag bei der Fortuna unterschrieben hat.

Der vorletzte war Genki Haraguchi. „Mit Haraguchi hatten wir damals das Glück, dass unser japanischer Ärmel-Sponsor noch ein wenig von der Sponsorensumme übrig hatte, um dann mit uns gemeinsam das Haraguchi-Leihgeschäft zu finanzieren“, erklärt Uwe Klein.

Uwe Klein hat schon lange am Transfer von Ao Tanaka gebastelt

Fortuna Sportvorstand hat natürlich auch eifrig an der Verpflichtung von Tanaka „gebastelt“. Den Berater des Spielers kennt Uwe Klein schon vier Jahre und so war er lange an seinem Wunschspieler aus Japan dran.

Uwe Klein hofft darauf, dass Ao Tanaka für Fortuna ein Gewinn sein wird. Foto: Beele

„Er kann im Mittelfeld alle Positionen spielen, und ich habe bei ihm ein sehr gutes Gefühl.“ Fortuna hat auch eine Kaufoption ausgehandelt und Uwe Klein lächelt vielsagend auf die Frage, ob der Zweitligist diese Summe nach Ablauf der Leihe halbwegs finanzieren könnte. Er geht davon aus, dass dies möglich ist, sollte der Spieler einschlagen.

Fortunas Sportvorstand sagt aber auch aus seiner Erfahrung, dass nur Spieler, die in Japan auf der höchsten Ebene spielen, in der Bundesliga oder der 2. Liga eine Chance haben. Das galt offensichtlich nicht für andere Spieler, die mit japanischen Wurzeln im Trikot der Fortuna angetreten sind. Etwa Shanshiro Matsumoto, Ken Asaeda oder Genki Omae hatten wohl nicht die Klasse, um sich in Deutschland durchzusetzen.

Takashi Usami und Genki Haraguchi (inzwischen Union Berlin) waren hingegen wichtige Spieler im Aufstiegsjahr 2017/18. Eine Autogrammstunde mit den japanischen Spielern damals im Hotel Nikko mitten in Düsseldorf sorgte für lange Schlangen von vor allem kleinen japanischen Fußball-Fans, die mit ihren Müttern gekommen waren, um von ihren Fortuna-Idolen eine Unterschrift zu bekommen.

Mit der Hilfe des in Tokio geborenen Mittelfeld-Talents Shinta Appelkamp soll sich Ao Tanaka in Düsseldorf einleben. Ein Dolmetscher wird ihn trotzdem in der ersten Zeit in Düsseldorf begleiten. Falls die Eingewöhnung gelingt, könnte der Japaner ein wichtiger Spieler im Plan von Trainer Christian Preußer werden.

Japanische Investoren haben Interesse an Fortuna

Doch für den gesamten Verein ist die Verbindung zur japanischen Gemeinschaft in Düsseldorf ein gewichtiger Faktor. „Durch die Größe der japanischen Gemeinde ist eine Art besondere Aufmerksamkeit auf beiden Seiten entstanden“, erklärt Thomas Röttgermann. „Das haben wir als Verein festgestellt, als die ersten japanischen Spieler für die Fortuna aktiv waren.“ Hinzu kam dann, dass auch japanische Sponsoren Interesse an der Fortuna entwickelten.

„Wir hatten damit eine Sonderstellung gegenüber anderen Vereinen in der Region, die wir als Fortuna natürlich nutzen wollten und konnten“, erklärt der Vorstandsvorsitzende des Zweitligisten. Auch der „Japan Desk“ sei sehr erfolgreich und ist eine Art Bindeglied zwischen japanischer Gemeinde und der Fortuna. Es sei aber nicht so, als würde alles von allein passieren. Man müsse dafür akquirieren.

Thomas Röttgermann erklärt, wie wichtig die japanische Gemeinde in Düsseldorf für die Fortuna ist. Foto: Beele

„Mittelfristig sollten wir in Japan als Verein eine größere Präsenz haben, müssen dort auch hin, um Überzeugungsarbeit zu leisten“, sagt Röttgermann, der ebenfalls erklärt, dass keine Spieler weiterhelfen, nur weil sie aus Japan kommen. „Sie müssen auch eine gewisse Klasse haben.“

Shinta Appelkamp ist in dieser Hinsicht ein Glücksfall für den Verein, weil er aus der eigenen Jugend stammt und schon Identifikationsfigur geworden sei. „Er stellt die Brücke zwischen zwei Kulturen dar, weil er beide kennt und in Japan aufgewachsen ist“, erklärt der Vorstands-Vorsitzende, der glaubt, dass Japan weiterhin für Düsseldorf wertvoll sein kann – auf menschlicher und sportlicher Ebene.

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