Wie die Rams durch die Saison kamen

Schwieriges Jahr im Skaterhockey gut gemeistert

Foto: Klaus Wenner, Rams

von Bernd Schwickerath

Schon 2020 wurde kaum gespielt, 2021 war es etwas besser, aber ganz so glücklich waren sie mit dem Abschneiden beim Skaterhockey-Bundesligisten Düsseldorf Rams nicht. Insgesamt hat der Verein der Pandemie aber getrotzt. Doch vor der nächsten Saison müssen einige Fragen geklärt werden.

So ganz in der Winterpause sind die Düsseldorf Rams noch nicht. Die zweiten Herren sind noch in der Regionalliga aktiv, am Wochenende steht für Christian Schmidt und Colin Dehnke ein Lehrgang bei der Skaterhockey-Nationalmannschaft in Duisburg an, Anfang Dezember steigt im heimischen Sportpark Niederheid die Endrunde um die Deutsche U16-Meisterschaft, und über allem steht bereits die Planung der nächsten Saison.

In der wird es vor allem bei den Männern eine Neuerung geben. Die Trainer Jens Müller und Christian Perlitz, die das Aushängeschild des Klubs rund zweieinhalb Jahre lang verantworteten, steigen aus persönlichen Gründen aus, unter anderem fehlt die Zeit, das Team weiter auf seinen Reisen durch ganz Deutschland begleiten.

Foto: Klaus Wenner, Rams

„Wir bedauern diese Entscheidung sehr, aber natürlich respektieren wir sie“, sagt der Rams-Vorsitzende Stefan Sporken. Und auch den Trainern selbst fällt der Abschied nicht leicht: „Die Jungs sind Christian und mir dabei unglaublich ans Herz gewachsen und wir sind stolz auf alles, was wir zusammen erreicht haben“, sagt Müller, der das Team vergangenes Jahr wieder in die Bundesliga geführt hatte.

Eine klassische Saison war das 2020 aber natürlich nicht, es gab gerade mal drei Spiele, die die Rams allesamt gewannen. Und auch die 2021er-Spielzeit stand noch unter Corona-Einfluss. Da gab es nur acht Spiele – und die Düsseldorfer verloren alle acht. Dass die Rams drei Punkte auf dem Konto haben, liegt lediglich daran, dass der TV Augsburg einen nicht spielberechtigten Akteur einsetzte.

Der neue Trainer soll von außen kommen

Wirklich glücklich sind sie in Holthausen also nicht mit dem Abschneiden in der Notsaison: „Ich hätte mir schon ein, zwei Siege erhofft“, sagt Sporken, „aber es ist kein Rückschritt, weil wir nicht absteigen konnten.“ Nächstes Jahr gibt es wieder Auf- und Abstieg, und den wollen die Rams natürlich vermeiden: „Wir wollen den nächsten Schritt gehen, und dazu gehört auch zu punkten, deswegen tut uns frischer Wind vielleicht ganz gut.“ Den soll der neue Trainer mitbringen. Noch will Sporken keine Namen nennen, aber fest steht: Er soll von außen kommen. „Wir haben das in letzter Zeit meistens intern gelöst, dann ist das immer auch etwas Komfortzone. Das wollen wir jetzt ändern.“

Ob sich etwas bei der zweiten Mannschaft ändert, steht derweil noch nicht fest. Sportlich läuft es dort glänzend, seit 2020 hat die Düsseldorfer Reserve in der Regionalliga kein Spiel mehr verloren, dieses Jahr stehen nach sieben Spielen sieben Siege. Drei Spiele kommen noch, das erste am Sonntag (17 Uhr) daheim in Holthausen gegen Monheim. Danach geht es nach Langenfeld und Bockum. Und dann könnte der Aufstieg in die zweite Bundesliga stehen.

Das Problem ist nur: Die Rams wissen nicht so recht, ob sie das auch machen sollen. Einerseits wäre ein Zweitligist im Verein ideal, um den Nachwuchs besser an die erste Liga heranführen zu können. Anderseits würde der Aufstieg in eine überregionale Liga deutlich mehr Zeit- und Reiseaufwand bedeuten, und das Team besteht derzeit vor allem aus „Jungs, die Mitte 30 sind und Familie haben“, sagt Sporken. „Außerdem weiß man nicht, in welche Gruppe man kommen würde. Im Norden wäre das noch okay, da sind mehr Mannschaft hier aus der Nähe, aber im Süden wäre der nächste Gegner aus Hessen.“

Alle Teams auf dem Platz, keine Abmeldungen

Insgesamt sind sie bei den Rams aber schon zufrieden mit der Lage. Zumindest im Rahmen der Möglichkeiten während einer Pandemie. Alle zwölf Teams waren in der verkürzten Saison auf dem Platz, Abmeldungen gab es keine im Verein, obwohl ja nicht dauerhaft richtig trainiert und gespielt werden konnte. „Wir haben sogar einige Neuanfänger gehabt, auch in höheren Altersklassen. Wenn ich andere Sportarten sehe, fände ich es unfair, wenn wir jetzt klagen“, sagt der Vorsitzende.

Foto: Kenny Beele

Eine Änderung wird es aber wahrscheinlich doch geben: Vielleicht gehen die Rams nächstes Jahr nur mit zwei statt drei Bambini-Mannschaften an den Start. „Weil es schwer ist, mit einer eingeschränkten Laufschule Nachwuchs zu generieren“, sagt Sporken.

Die Laufschule für die Kleinsten, die dabei erstmals auf Rollen stehen, war zwar auch in Corona-Zeiten stets ausgebucht, aber es durften aus Infektionsschutzgründen nicht so viele Kinder mitmachen wie in den Vorjahren. Aber auch das ist Jammern auf hohem Niveau. Jetzt geht es erst mal darum, die letzten Aufgaben der Saison 2021 zu meistern, sagt Sporken, „dann machen wir zwei Wochen Pause, und dann geht es wieder los“.

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