Wildwest-Hockey am Seilersee

Daniel Fischbuch schießt DEG zum Sieg

Foto: Birgit Häfner

von Tobias Kemberg

Erst 4:1 geführt, dann 4:5 zurück gelegen und schließlich mit 6:5 nach Verlängerung gewonnen – die Düsseldorfer EG bleibt auch in ihrem dritten Auswärtsspiel ungeschlagen, zeigt sich beim Erfolg gegen die Iserlohn Roosters aber wieder einmal nicht über die gesamte Dauer der Partie konstant.

Die Kader und das in Verantwortung stehende Personal hinter der Bande mögen sich bei den Mannschaften in der Deutschen Eishockey Liga regelmäßig ändern. Zuletzt taten dies bekanntlich auch die äußeren Umstände. Trotzdem waren und sind die Iserlohn Roosters für die Düsseldorfer EG immer ein Lieblingsgegner. Von 80 Duellen in der DEL gingen 53 an die Rot-Gelben, in der Saison 2019/20 setzte sich das Team von Cheftrainer Harold Kreis in allen vier Vergleichen durch.

Am Donnerstagabend sollte sowohl diese als auch die kleine Auswärtsserie zum Saisonbeginn 2020/21 mit zwei Erfolgen bei zwei Auftritten auf fremdem Eis in Köln und Krefeld fortgesetzt werden. In einem unterhaltsamen, teils wilden Eishockeyspiel konnte die DEG dieses Vorhaben in die Tat umsetzen, gewann beim 6:5 (4:1, 0:4, 1:0, 1:0) nach Verlängerung zwei Punkte, hätte nach tollem Start aber deren drei mit nach Hause nehmen müssen. Mit nun acht Zählern aus fünf Spielen belegt das Team in der Tabelle der Nord-Gruppe aktuell den fünften Platz.

Ein starkes erstes Drittel, ein schwaches zweites Drittel und ein ausgeglichenes drittes Drittel, in dem wir uns wieder zurückgekämpft haben“, fasste Kreis das Geschehen zusammen. „Nach dem ersten haben wir zu viel herumexperimentiert. Aber die Mannschaft hat sich zusammengerauft.“ Das sah auch Verteidiger Marco Nowak so: „Im zweiten Drittel waren zu viele dumme Fehler drin. Zum Glück haben wir Charakter gezeigt, aber das darf uns so nicht passieren. Wir sind zu gut, um hier einen Punkt liegen zu lassen. Andere Mannschaften nehmen uns in so einem Spiel alle drei weg.“

10:2-Schüsse und 0:1-Rückstand – überlegene Anfangsphase bringt nichts ein

Anders als beispielsweise in den Spielen gegen Bremerhaven oder Wolfsburg begann die DEG konzentriert und engagiert. Nach fünfeinhalb Minuten hatte sie bereits zehn Schüsse auf das Tor der Roosters abgegeben, die Gastgeber lediglich einen. Doch der zweite Versuch der Iserlohner (6.) führte gleich zum 1:0 – und führte die Anfangsphase damit ad absurdum. Lange musste die DEG dem Rückstand aber nicht hinterher laufen. Im ersten Überzahlspiel der Partie fand der Puck über Alexander Barta und Maximilian Kammerer den Weg zu Matt Carey und der Kanadier erzielte seinen ersten DEL-Treffer (9.) zum 1:1-Ausgleich.

Dieser hatte ebenfalls nicht lange Bestand. Dem Spielverlauf und Schussverhältnis von 22:6 entsprechend sorgten Kapitän Barta (12.) und Daniel Fischbuch (14./17.) per Doppelpack für einen komfortablen 4:1-Vorsprung. Die Roosters verteidigten über weite Strecken hähnchenwild, so ergaben sich beinahe im 30-Sekunden-Takt Chancen für die Düsseldorfer, die sogar höher hätten führen können.

DEG verliert den Faden und „taumelt“ im zweiten Drittel über das Eis

Foto: Birgit Häfner

Auch im zweiten Spielabschnitt jubelte Iserlohn zuerst. Nur 39 Sekunden nach dem Wiederbeginn verkürzte Casey Bailey auf 2:4, eine Unachtsamkeit in der DEG-Defensive und ein Fehlpass von Ken André Olimb erlaubten Bailey (27.) und den nun stark verbessert auftretenden Roosters den nächsten Treffer zum 3:4. Die Düsseldorfer hatten längst nicht mehr so viel Platz wie im ersten Drittel, agierten nun fehlerbehaftet, verloren jegliche Sicherheit und taumelten regelrecht durch die eigene Defensivzone.

Die Konsequenz: Rund achteinhalb Minuten nach der ersten Pause war der Drei-Tore-Vorsprung aus der Hand gegeben. Mit dem erst zwölften Torschuss sorgte Joseph Whitney (29.) für den vierten Iserlohner Jubel und den 4:4-Ausgleich. Und gerade in einer Phase, in der der Eindruck einstand, die DEG gewinne wieder Kontrolle über die Begegnung, wirbelte die Iserlohner Top-Reihe die rot-gelbe Defensive abermals durcheinander. Eingeleitet von einem überflüssigen Scheibenverlust von Verteidiger Johannes Johannesen schloss Bailey (36.) den folgenden Konter mit seinem dritten Tor des Abends ab. Das Schussverhältnis von 35:17 zugunsten der Düsseldorfer nach 40 Minuten wirkte mit Blick auf die Anzeigetafel wie ein Fehler der Statistiker.

Powerplay bleibt große Stärke – Fischbuchs dritter Streich beendet das Spiel

Das war ein defensiver Zusammenbruch und einfach nicht gut genug“, sagte Verteidiger Marc Zanetti in der zweiten Pause im Fernsehinterview. „Wir müssen im Schlussdrittel in allen Bereichen besser sein.“ Ein Bereich, der derzeit am wenigsten der Verbesserung bedarf, ist das Powerplay – und genau dieses verhalf der DEG zu Beginn des letzten Drittels zum 5:5-Ausgleich (43.). Nach Carey durfte sich auch Mathias From über seinen Premierentreffer freuen.

Weitere Tore gab es zunächst nicht zu notieren. Die Entscheidung fiel erst in der Verlängerung durch den starken Fischbuch (63.). „Im ersten Drittel haben wir Iserlohn gut eingeschnürt und danach viele leichtsinnige Fehler gemacht. Heute waren drei Punkte drin, aber jetzt sind wir trotzdem glücklich, dass wir diese zwei Punkte haben“, sagte Siegtorschütze Fischbuch.

Statistik: Iserlohn Roosters – Düsseldorfer EG 5:6 n.V. (1:4, 4:0, 0:1, 0:1)
DEG/Tor: Pantkowski (Hane); Abwehr: Jensen, Cumiskey – Ebner, Nowak – Zanetti, Johannesen – Eder; Angriff: Alanov, Olimb, Fischbuch – Kammerer, Barta, Flaake – Karachun, Carey, From – Jahnke, Buzas, Ehl
Schiedsrichter: Iwert/Steingroß
Zuschauer: keine
Tore: 1:0 (5:47) Aubin (Jentzsch, Baxmann), 1:1 (8:42) Carey (Kammerer, Barta/5-4), 1:2 (11:56) Barta (Johannesen, Flaake), 1:3 (13:33) Fischbuch (Olimb, Ebner), 1:4 (16:57) Fischbuch (Zanetti, Alanov), 2:4 (20:39) Bailey (Whitney, Grenier), 3:4 (26:01) Bailey (Grenier), 4:4 (28:33) Whitney (Grenier), 5:4 (35:18) Bailey (Grenier, Whitney), 5:5 (42:56) From (Fischbuch, Karachun/5-4), 5:6 (62:19) Fischbuch (Cumiskey, Olimb)
Strafminuten: 8:2
Torschüsse: 24:48

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