„Wir geben uns nie zufrieden“

DEG-Verteidiger Marco Nowak im Interview

Foto: Birgit Häfner

von Tobias Kemberg

Der 31-Jährige spricht über die Stimmung in der Mannschaft, die verbesserte Defensive und die Integration der neuen Spieler. Am Freitag erwarten Nowak und die Düsseldorfer EG enorm motivierte Adler aus Mannheim, bevor es am Sonntag zum ersten Mal in der Deutschen Eishockey Liga gegen Neuling Bietigheim geht.

Herr Nowak, die DEG hat fünf ihrer ersten acht Saisonspiele gewonnen. Wie ist das Innenleben der Mannschaft derzeit?

Marco Nowak: Es macht jeden Tag viel Spaß, auch im Training. Die Stimmung ist gut und insgesamt läuft es besser, als das viele von außen erwartet haben. Vielleicht sollten einige zu Beginn einer Saison erst einmal abwarten, anstatt vorher schon ihr Urteil zu fällen. Ich möchte an dieser Stelle mal ein großes Lob an den Trainerstab und an Sportdirektor Niki Mondt aussprechen. Die DEG hat bekanntlich nicht den größten Etat, seit Jahren tätigt der Klub aber gute Einkäufe. Unsere Mannschaft verfügt womöglich nicht über die besten Skills, aber wir haben brutal Herz. Und wenn du Freude an der Sache hast, dann kommt auch der Erfolg.

Wie sehr hat das erste Wochenende der Saison geholfen, als es gleich zwei Siege gegen Krefeld und Augsburg gab?

Nowak: So ein Start ist natürlich optimal. Wenn du aus dem ersten Wochenende der Saison mit null Punkten herauskommen würdest, dann ist es schwieriger, schnell in deiner Entwicklung weiterzukommen. Bislang haben wir vieles sehr gut umgesetzt. Auch gegen starke Teams wie Ingolstadt und München konnten wir uns gut präsentieren. Gerade bei dem Spiel in Ingolstadt haben wir dann aber hinten raus ein paar Fehler gemacht. Aber das ist eben ein Teil des Lernprozesses. Die Saison ist lang, deshalb sind die 16 Punkte aus acht Spielen nichts, worauf wir uns ausruhen können.

Zuletzt funktionierte die Defensive deutlich besser. Woran liegt das?

Nowak: Die Rückkehr von Joonas Järvinen, der sich im ersten Spiel in Krefeld verletzt hatte, tut uns sehr gut. Er bringt noch einmal eine zusätzliche physische Komponente hinein. In Berlin und gegen Nürnberg stand zudem ein überragender Mirko Pantkowski im Tor, der einige große Saves hatte. Zu einer funktionierenden Defensive gehören im Eishockey aber ebenso die Stürmer. Insgesamt spielen wir es in der eigenen Zone etwas einfacher als vielleicht in den ersten Spielen und holen uns die Rebounds vor dem eigenen Tor.

Wie gelingt es der DEG immer wieder so gut und schnell, die Neuen ins Team zu integrieren?

Nowak: Grundsätzlich kann das schon mal etwas schwieriger sein. Aber bei uns funktioniert es tatsächlich häufig sehr gut und schnell. Auch da sind wieder die Trainer zu loben. Harry Kreis und Thomas Dolak wissen, wie sie mit neuen Spielern umgehen müssen. Sie bringen ihnen das bei uns gespielte System mit sehr viel Ruhe bei. Deshalb kommen alle jederzeit mit einem guten Gefühl in die Kabine. Wenn du als Spieler weißt, dass du auch mal einen Fehler machen darfst, dann rufst du deine Leistung einfacher und unbeschwerter ab.

Foto: Birgit Häfner

Ist nach dem guten Start denn eigentlich auch ein bisschen Genugtuung dabei? Viele Kritiker lagen mit ihren Erwartungen rund um die DEG ja bislang daneben. . .

Nowak: Wir lesen normalerweise nicht viel von dem, was über uns geschrieben wird und konzentrieren uns einfach auf das Ziel vor unseren Augen. Hin und wieder bekommen wir aber trotzdem etwas mit. Ich finde, es wäre angebracht, hin und wieder den Ball flach zu halten und erst mal abzuwarten. Nehmen wir doch exemplarisch mal Stephen MacAulay. Der Junge kam aus der DEL2 zu uns. Nach der Verpflichtung gab es direkt Kritik. Doch Stephen ist ein Top-Spieler, der uns unheimlich weiterhilft. Das haben jetzt alle gesehen. Man sollte jedem erst einmal eine Chance geben.

Freitag kommt mit den Adlern Mannheim das nächste „Schwergewicht“ der Liga in den PSD BANK DOME, Sonntag geht es zum Neuling nach Bietigheim. Was ist an diesem Wochenende möglich?

Nowak: Mannheim ist sicherlich noch nicht zufrieden mit dem bisherigen Saisonverlauf. Die werden hier überaus motiviert anreisen. Aber wir konzentrieren uns auf unser Spiel. Das bedeutet, dass wir nichts Verrücktes oder Neues machen, sondern an die zurückliegenden Auftritte anknüpfen wollen. Sonntag in Bietigheim erwartet uns auch eine schwere Nummer. Da sagen bestimmt wieder einige: „Diese Mannschaft müsst ihr schlagen.“ Aber die haben als Neuling schon einige gute Partien gezeigt und sind gerade in ihrer Halle schwer zu spielen.

Was muss die DEG denn noch verbessern? Irgendwas gibt es ja schließlich immer, woran Trainer und Spieler arbeiten. . .

Nowak: Gerade im dritten Drittel müssen wir noch ein bisschen ruhiger werden. Bei eigener Führung agieren wir manchmal zu angespannt. In der Defensive können wir noch stabiler stehen und vielleicht können wir auch noch weniger Strafen nehmen. Es gibt immer Dinge, die du verbessern kannst. Wir geben uns nie zufrieden mit dem aktuellen Status.

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