„Wir glauben daran, was wir angestoßen haben“

Florian Flabb will die ART Giants Schritt für Schritt verbessern

Florian Flabb - Foto: Kenny Beele

von Norbert Krings

Zwei Auswärtssiege zum Ende des alten Jahres – die ART Giants Düsseldorf sind in der Basketball Bundesliga ProB im Flow und wollen den Schwung direkt ins erste Spiel des Neuen Jahres gegen die TKS 49ers aus Stahnsdorf am Samstag in heimischer Halle mitnehmen. Ob das von Erfolg gekrönt ist, verrät uns Düsseldorfs Trainer Florian Flabb im Interview.

Herr Flabb, sind Sie gut ins Neue Jahr gekommen?
Florian Flabb: Ja, alles ist sehr entspannt abgelaufen. Wir haben keine lange Pause gemacht und bereits am Montag nach Weihnachten das Training wieder aufgenommen. Wir wollten den Rhythmus nach dem Sieg im Nachholspiel in Iserlohn kurz vor Weihnachten behalten. Danach gab es nur fünf freie Tage.

Was haben die beiden Auswärtssiege bei Ihnen und Ihrer Mannschaft bewirkt?
Flabb: Ich glaube, dass diese Erfolge für uns als Team ungemein wichtig waren. Wir sind aber bisher mit unserem Mindset, von Spiel zu Spiel zu denken, sehr gut gefahren. Wir müssen jetzt ins nächste Spiel wieder alles reinwerfen, statt zu tief in die Glaskugel zu schauen. Selbst bei einer Niederlage stünden wir noch gut da. Wir spielen immerhin gegen den Tabellenzweiten. Das ist machbar, aber wir sagen nicht, dass wir das unbedingt gewinnen müssen, sondern arbeiten weiter an unserem Prozess, der stetigen Verbesserung. Wir wollen für uns ein gutes Spiel machen am Samstag.

Florian Flabb ist immer nah dran. Foto: Kenny Beele

Wie zufrieden sind Sie mit der Bilanz der Mannschaft und Ihrer nach dem ersten halben Jahr als Cheftrainer?
Flabb: Es ist superschön, dass wieder Fans in der Halle waren. Das macht doch einen Riesenunterschied in Bezug auf die Stimmung auch auf dem Feld. Das war der ganz große positive Punkt mit einem anderen Feeling. Siege mit den Fans feiern zu können und den Support zu spüren, ist großartig. Ich glaube, dass wir uns als Mannschaft weiterentwickeln konnten. Wir haben die ersten fünf Wochen gebraucht, weil wir einen großen Umbruch hatten. Jetzt, wo wir uns hineingefunden haben, ist erkennbar, dass die Jungs Woche für Woche hart arbeiten. Damit kommen dann auch die Resultate.

Was ist in der Tabelle noch drin und wie sind die Unterschiede? Platz zwei ist ja im Gegensatz zum Spitzenplatz nicht so weit weg.
Flabb: Jeder kann jeden schlagen. Nur, dass Münster vorangeht, ist klar, weil es das beste Team der Liga ist. Alles andere ist von der Tagesform abhängig. Es ist sehr eng, und jedes Spiel ist ungemein wichtig.

Reicht Ihnen also Platz acht, weil es dann in die Play-offs geht?
Flabb: Es geht gar nicht so sehr um die Platzierung. Wir glauben mehr an die Entwicklung der Mannschaft und an das, was wir angestoßen haben. Wenn wir das, was wir tun, gut machen, werden die Resultate auch folgen. Es ist natürlich wichtig, ein klares Ziel auszugeben. Das ist das Erreichen der Playoffs. Dazu wollen wir uns in die bestmögliche Situation bringen und möglichst viele Spiele gewinnen.

Wie sieht aus Ihrer Sicht der ideale Basketball Ihrer Mannschaft aus?
Flabb: Darüber können wir in Zahlen reden. Wir sind derzeit das Team, das die zweitmeisten Punkte der Liga erzielt. Und wir haben einen sehr schnellen Spielstil, der für die Zuschauer attraktiv ist. Ich bin da schon ein Zahlen-Nerd: Wir haben die zweitmeisten Wurfversuche. Durch die vielen Würfe wird unser Spiel schnell. Deswegen kassieren wir mehr Punkte hinten und müssen entsprechend vorne zuverlässig treffen. Da liegt man dann auch mal mit minus zwölf oder 14 Punkten hinten. Das hatten wir in sechs oder sieben Spielen, kommen aber immer wieder zurück. Doch da darf dann der Rückstand nicht zu groß werden, um hinten raus Probleme zu bekommen, das aufzuholen. Bessere Würfe, sicheres Treffen, um sich dann hinten wieder organisieren zu können, wäre ideal. Da sind wir aber auch auf einem guten Weg.

Sie würden Ihre Mannschaft also als schnell, risikobereit und mutig bezeichnen?
Flabb: Das trifft es sehr gut. Wir wollen halt den bestmöglichen Wurf herausspielen. Wenn der dann nach drei Sekunden da ist, dann ist es gut. Es gibt dann aber auch Momente mit Rückschlägen, wo die Spieler dann zu sehr ins Überlegen kommen.

Das Team der ART Giants Düsseldorf hält zusammen. Foto: Kenny Beele

Wo geht der Weg der ART Giants denn hin?
Flabb: Zunächst einmal ist es das Allerwichtigste, gesund zu bleiben in dieser Zeit. Wenn wir uns in dieser Zeit gut abkapseln können und die Jungs Verantwortung übernehmen, wir gesund bleiben, dann könnte die Formkurve weiter so steil nach oben zeigen. Ein Fazit mitten in der Saison zu ziehen und einen Ausblick zu wagen, ist aber bei zehn noch ausstehenden Spielen schwer.

Wie sehen Sie die Unterstützung durch die Stadt und den Verein?
Flabb: Erst einmal freuen wir uns über die Menschen in der Halle, die uns unterstützen. Ich denke, dass uns die Sportstadt viele Möglichkeiten unter anderem mit der Trainingshalle in Niederheid gibt.  Auch die Comenius-Halle ist eine gute Home-Base. Das ist ein gutes Grundkonzept. Interessant wäre für die Stadt eine noch bessere Vernetzung der Sportarten. Damit müssten sich vor allem im unteren Jugendbereich, wozu es genügend Studien gibt, die Kinder nicht zu früh spezialisieren. Da machen die Vereine noch zu sehr ihr eigenes Ding.  Da könnte noch mehr zusammen anstoßen und die Synergieeffekte besser nutzen. Bei uns im Verein konnten wir zuletzt alles weitergehend professionalisieren. Im Trainerteam mit Athletiktrainer Lukas Solf, Assistant Coach Matt Dodson un den Physios Simon Hunemann sowie Lutz Gerhards arbeiten wir sehr gut zusammen. Im Grundgerüst sind wir große Schritte vorangegangen. Der nächste Step wäre wohl, in eine größere Halle zu gehen und den Leuten unseren Sport noch näher zu bringen.

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