Zurück an der „Home Plate“

Baseball: Senators legen wieder los

Foto: Kenny Beele

von Tobias Kemberg

Das erste Jahr in der 2. Bundesliga möchte der Düsseldorfer Verein vor allem zum lernen nutzen. In der verkürzten Saison sind Auf- und Abstieg ausgesetzt, doch deshalb ist die Vorfreude auf die ersten Partien gegen die Bonn Capitals 2 keineswegs geringer.

Endlich geht es wieder los. Fastballs werfen, Bases stehlen und Homeruns schlagen – die Düsseldorf Senators eröffnen am Wochenende (Sonntag, 12 und 15.30 Uhr) mit zwei Heimspielen gegen die Bonn Capitals 2 die neue Saison in der 2. Baseball-Bundesliga. „Durch Corona ist unsere Spielzeit stark verkürzt worden und hat letztendlich nur Freundschaftsspielcharakter“, erklärt Udo Kirschner, Sportlicher Leiter und Co-Trainer der 1. Herren. Die Pandemie beeinflusst eben auch den Baseballsport in Deutschland weiterhin. Auf- und Abstieg sind daher ausgesetzt, der sportliche Wert hält sich in Grenzen.

Nichtsdestotrotz ist die Vorfreude beim an der Südallee beheimateten Klub groß. „Wir werden aber nichts verschenken, denn wir sind alles Wettkampfsportler“, merkt Kirschner an. „Natürlich geht es am Ende nur um die berühmte Goldene Ananas und daher ist es uns ein großes Anliegen, dass wir alle verletzungsfrei durch dieses Jahr kommen. Wir würden uns hinterher über einen guten Mittelfeldplatz freuen.“

Eingrooven“, Erfahrungen sammeln und sich an das Spielniveau in der acht Mannschaften umfassenden Nordwest-Staffel der 2. Bundesliga gewöhnen. All das ist im Jahr 2021 definitiv von größerer Bedeutung als die nackten Ergebnisse. „2022 geht es dann wieder um die Wurst“, so Kirschner. Der Fünf-Jahres-Plan der Senators sieht vor, innerhalb dieses Zeitraums in die Baseball-Bundesliga aufzusteigen. Aber das benötigt entsprechende Geduld und eine gewisse Vorbereitung, wie der Sportliche Leiter betont. Auf sportlichem und finanziellem Sektor.

Virtuelles Training ersetzte die physischen Einheiten

Das Vereinsleben hielten die Senators während der vergangenen Monate virtuell am laufen. Trainiert wurde mit Video-Sessions, erst zuletzt durften alle endlich wieder auf den Platz. Zudem erhielten die Spielerinnen und Spieler im Nachwuchs- sowie die Akteure im Seniorenbereich entsprechende Trainingspläne für daheim. „So sind alle am Ball geblieben – hoffentlich“, schiebt Kirschner mit einem Lachen nach.

Durch die alles verändernde Krise sind die Senators halbwegs gut gekommen. Im Nachwuchsbereich gab es bei den spielenden Kindern und Jugendlichen mit Blick auf die Zahlen zwar eher ein paar Verluste oder Stagnation, aber das war „nicht gravierend“, erklärt Kirschner. Gerade im U12-Bereich dreht sich der Wind bereits wieder. „Dort haben wir zuletzt schon wieder einige Kinder hinzubekommen. Bei ,Kids in Action’ vor einigen Tagen konnten wir vielleicht auch noch die Eine oder den Anderen für unsere Sportart begeistern.“

Die Vielseitigkeit des Sports macht den Reiz des Baseballs aus

Auch die erste Herrenmannschaft von Cheftrainer Sebastian Heisters und Kirschner ist im Vergleich zur Saison 2019 größer geworden. Doch wie bringt man Kleine und Große eigentlich zum Baseball, einem Sport, der hierzulande von vielen Außenstehenden oftmals als „langweilig“ oder „wenig actionreich“ abgestempelt wird? „Die große Faszination dieses Sports ist ja eigentlich das Schlagen und dann den Ball fliegen zu sehen. Das ist gerade für Kinder das Attraktive“, weiß Kirschner.

Baseball ist eine Sportart, die sich durch Ambivalenz auszeichnet. Einerseits ist es irgendwo eine Einzelsportart, wenn du gerade am Schlagmal stehst oder als Pitcher den Ball wirfst. Zugleich hast du aber immer ein Team um dich herum. Ohne Mannschaft funktioniert das nicht und du kannst nicht gewinnen. Und nicht zuletzt findet jeder seinen Platz auf dem Feld, auch Spielerinnen und Spieler, die nicht die allerbesten athletischen Fähigkeiten mitbringen. Genauso wie bei den Stars in der Major League.“

Aufgrund der angesprochenen Vielfältigkeit sind auch viele Spieler der 1. Herrenmannschaft zum Baseball gekommen. Die wollen sich nun in ihrem ersten Zweitligajahr an das höhere Niveau gewöhnen und so viel wie möglich für 2022 mitnehmen, wenn Siege und Niederlagen wieder von Bedeutung sind. Aber wie sagt Udo Kirschner? Zu verschenken haben die Senators auch diese Saison nichts. Die Bonn Capitals sollen das am Sonntag – im Ideallfall gleich doppelt – zu spüren bekommen.

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