Zwei echte Schwergewichte des Handballs

Als absoluter Fan des norddeutschen Handballs – meine eigene Herkunft lässt sich da nicht verleugnen – und einer der Glücklichen, der ein Ticket ergattern konnte, war der Pixum Cup zwischen “meiner“ SG Flensburg-Handewitt und den „Schnöseln“, aber großartigen Mannen mit dem Zebra im Wappen, dem Turnverein Hassee-Winterbek aus Kiel, mein handballerisches Highlight in diesem Jahr.

Flensburg zwei Mal blitzsauber, aber haarscharf, in der Champions League gewonnen, Kiel mit bitterer Heimniederlage gegen Nantes vor Kurzem und ganz sicher nicht gewillt, dem ewigen Rivalen von der dänischen Grenze diesen Pokal zu überlassen.

Erster der letzen Saison gegen den Zweiten, es ist der Start der neuen Spielrunde mit diesem Duell und hat recht hohes Prestige, dann noch mit diesen zwei Teams, was will der Handballfan mehr?

Wann konnte der gemeine Handball-Supporter aus NRW die geballte Qualität des THW (Domagoj Duvnjak, Sander Sagosen, Markus Landin, Patrick Wiencek, Hendrik Pekeler usw.) und der SG (Benjamin Buric, Lasse Svan, Goran Johannessen, Hampus Wanne usw.) schon einmal live erleben? Eben und somit war es einfach großes Handballkino! 

So beiläufig noch folgende Information: Pixum Super Cup gibt seit 1994, dabei gewann 8x Kiel, bei 21 Teilnahmen und 3x Flensburg, bei 8 Teilnahmen.

2640 Zuschauer wurden zugelassen (2100 wurden es dann) und das Hygienekonzept – mehrseitig und für meine alten Auge zu winzig gedruckt – klang sehr gut ausgearbeitet, der erste Blick in das Rund der Halle zeugte auch von großer Vernunft und Disziplin bei den Zuschauern.

Das erste Tor in der neuen Saison, erzielte niemand anders als Kiels Wiencek, der schlank und drahtig aus der Sommerpause kam, da sind leicht 5-6 kg irgendwo irgendwann bei den Strandläufen im Sand verschwunden.

Beide Goalies, Buric (9 Paraden bereits in Halbzeit 1) für die SG und Dario Quenstedt (deren 8 Paraden in Abschnitt 1) für den THW mit echtem Sahnetag an dem Abend, sowohl gegen 7 Meter-Schützen, als auch gegen Granaten aus dem Spiel.

Übrigens, das gemütliche kleine Schläfchen fiel einem richtig schwer. Das man nicht wegnickte lag zuerst natürlich am rasanten Spiel, als auch am aufdringlichen Stadionsprecher, der es als seine größte Bestimmung ansah, die Fans zu unterhalten, ob sie nun wollten oder nicht. Mir ging er ab und an gehörig auf den Senkel. Zur Halbzeit ein durchaus verdientes 14:13 für Kiel.

In Halbzeit 2 führte Kiel beständig mit 2-4 Toren, sie wirkten etwas flexibler in ihren Aktionen und abschlusssicherer oder andersherum, Flensburg verschenkte viel zu viele glasklare Chancen. Merke: Nicht das Holz zählt als Tor, sondern erst dann klingelt es, wenn das Runde im Netz zappelt.

Schlussendlich gewann das Team um THWs Coach Jicha verdient mit 28:24, aufgrund der 2. Halbzeit völlig in Ordnung.

Für den Zuschauer ganz klar ein Erlebnis, solche Top-Spieler endlich nach 207 (!) Tagen Handballpause live erleben zu dürfen. Ich freue mich auf die neue Saison!

Euer Heiko Sauer

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