Im Schaufenster der großen NFL

Zwei Panther beim International Combine

Foto: Birgit Häfner

von Tobias Kemberg

Als einzige Zweitligaspieler aus Deutschland dürfen Flamur Simon und Silvan Barelds in London für einen Platz im Spielerentwicklungsprogramm der National Football League vorspielen und somit auf eine Chance in der besten Liga der Welt hoffen.

Flamur Simon und Silvan Barelds konnten es zunächst gar nicht so recht glauben. Doch ihre jeweiligen Einladungen zum International Combine der National Football League sind weder Traum noch Irrtum. Im Gegenteil, sie sind hochverdient. Die beiden Footballtalente der Düsseldorf Panther bekommen am kommenden Dienstag, 12. Oktober, in London die Gelegenheit, sich für einen Platz im „International Pathway Program“ (IPP) der stärksten Footballliga der Welt zu empfehlen.

Ich bin unglaublich happy über diese Chance“, sagt Silvan Barelds. Beim International Combine im Fußballstadion von Premier-League-Klub Tottenham Hotspur sind bis zu 50 Footballspieler aus der ganzen Welt dabei, die sich mit guten Leistungen in den diversen Skills-Übungen für die NFL interessant machen wollen. Wer im Nachgang ausgesucht wird, darf drei Monate in den USA beim IPP mitmachen und könnte am Ende einen Kaderplatz bei einer NFL-Franchise erhalten.

Der Stuttgarter Jakob Johnson schaffte es über das IPP in die NFL

„Flamur ist ein Athlet,
den du so nicht oft hast.“
Tim Haver Droeze

Welch große Chance der International Combine und das IPP bieten, ist am Beispiel von Jakob Johnson zu sehen. Der Stuttgarter nahm 2019 diesen Weg und spielt inzwischen als Fullback für den sechsmaligen Super-Bowl-Sieger New England Patriots. „Wir bei den Panthern sind sehr stolz auf Flamur und Silvan. Beide haben sich sehr gut entwickelt und beide haben diese Einladung zum International Combine verdient“, sagt Alex Krüll, der beim designierten GFL-Aufsteiger zum Coaching Staff gehört.

Flamur Simon verzeichnete in acht Saisonspielen für die Panther acht Quarterback-Sacks und war damit der Einzige in der GFL2, der mindestens einmal pro Partie den gegnerischen Spielmacher zu Boden bringen konnte. Darüber hinaus gelangen dem 21-Jährigen zwölf Tackle für Raumverlust sowie zwei Touchdowns. „Die Einladungen zum International Combine sagen aus, dass wir bei den Panthern gute Arbeit geleistet haben“, sagt Simon, der bereits in London weilt, um aufgrund der dort geltenden Corona-Regeln eine Quarantäne zu vermeiden.

Jeder Footballspieler träumt von der NFL. Ich will es in diese Liga packen. Mir ist klar, dass das nicht einfach wird, aber ich werde alles dafür tun“, gibt sich der als Linebacker und Defensive End einsetzbare Verteidiger aus dem Panther-Gehege optimistisch. „Flamur ist ein Athlet, den du so nicht oft in deinem Team hast. Mich freut es sehr, dass sein Talent mit dieser Einladung gewürdigt wird“, erklärt Tim Haver Droeze, der bei den Panthern als Manager Sports fungiert. „Das ist eine fantastische Chance für beide Jungs.“

Foto: Birgit Häfner

Silvan Barelds spielt erst seit 2021 als Tight End

Die beiden Düsseldorfer sind die einzigen Zweitligaspieler aus Deutschland, die in der kommenden Woche in London von Abgesandten der NFL-Teams unter die Lupe genommen werden. Allein das ist schon ein bemerkenswerter Aspekt. Noch ein bisschen bemerkenswerter ist vielleicht aber der Werdegang von Silvan Barelds. Der 23-Jährige absolvierte in diesem Jahr seine erste Saison unter professionellen Bedingungen und erlernte bei den Panthern dabei auch noch eine neue Position.

Ich komme aus den Niederlanden. Da ist American Football nicht so groß wie hier in Deutschland. Und es ist erst recht nicht so gut strukturiert und organisiert. Dort habe ich als Verteidiger und Runningback gespielt. Als ich zu den Panthern kam, dachte ich, ich spiele hier auch Runningback. Aber dann haben die Coaches gemeint, dass ich zu groß und zu schwer sei und deshalb Tight End spielen solle. Doch das habe ich vorher nie gemacht“, sagt Silvan Barelds.

Dafür lief es in den neun Partien dann aber wirklich hervorragend. Barelds fing 16 Pässe für 331 Yards Raumgewinn und vier Touchdowns. Sowohl für Quarterback Michael Eubank als auch für dessen Ersatzmann Lucas Wevelsiep war der 1,98 Meter große Tight End immer eine sichere Anspielstation. „Silvan ist als Rookie in die GFL2 gekommen. Deshalb ist seine Saison umso erstaunlicher“, erklärt Haver Droeze.

IPP kreiert andere Möglichkeiten als zu Zeiten von Sebastian Vollmer

Jetzt freuen sich Barelds und Simon auf ihre Aufgabe in London. „Dort werden viele Spieler sein, die eine richtig gute Saison hingelegt haben. Es wird sicher aufregend und eine unvergleichliche Erfahrung. Ich möchte mich so gut wie möglich präsentieren und dann schauen wir mal, was am Ende herauskommt“, sagt der Tight End.

Barelds und Simon wären nicht die ersten Panther, die eines Tages den Sprung in die NFL schaffen – der berühmteste „Export“ des Vereins ist natürlich immer noch Sebastian Vollmer, der mit den New England Patriots zwei Mal den Titel gewann. Aber das 2017 ins Leben gerufene IPP kreiert inzwischen ganz andere Möglichkeiten als zu Vollmers Zeiten. „Der Football in Deutschland hat einen Entwicklungssprung gemacht. Mich würde es nicht wundern, wenn in ein paar Jahren zehn Deutsche als Starter in der NFL dabei sind“, sagt Scott Hanson vom liga-eigenen NFL Network. Und vielleicht hat der eine oder andere dann eine Panther-Vergangenheit. . .

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