Zweimal Enttäuschung, einmal Freude

DHC-Damen reagieren auf Olympia-Kader

Foto: Kenny Beele

von Tobias Kemberg

Während Selin Oruz erwartungsgemäß zum Aufgebot für die EM sowie die Olympischen Spiele gehört, sind Nathalie Kubalski und Elisa Gräve verständlicherweise geknickt. Die Torhüterin fährt nur als Ersatzspielerin nach Tokio, die verletzte Gräve bekommt auch nach der EM keine Chance mehr durch die Hintertür nach Japan zu kommen.

Die Tickets für Tokio sind verteilt. Damenhockey-Bundestrainer Xavier hat am Donnerstag seinen Kader für die am 4. Juni in Amsterdam beginnenden Europameisterschaften benannt. Das Aufgebot des Belgiers ist zugleich auch das für die Olympischen Spiele in Japan. Drei Spielerinnen des frisch gekürten Deutschen Meisters Düsseldorfer HC hatten auf eine Nominierung gehofft, zwei stehen nun im Nationalteam, aber nur eine ist „so richtig“ dabei.

Während das auf Selin Oruz zutrifft, fährt Torhüterin Nathalie Kubalski „nur“ als Ersatzspielerin mit zu den Olympischen Spielen, weil für Tokio auf dieser Position lediglich eine Spielerin benannt werden darf. Reckinger gab Julia Sonntag von Rot-Weiss Köln gegenüber der wertvollsten Spielerin des „Final Four“ von Mannheim den Vorzug. „Ich bin ehrlich gesagt noch ziemlich enttäuscht und bin erst einmal damit beschäftigt, die Info zu verarbeiten. Zu meiner Vorfreude auf die EM und Tokio kann ich gerade auch echt wenig sagen“, erklärt Kubalski.

Schlüsselbeinbruch stoppte Gräve in den Play-offs

Den Stamm des Olympiakaders bilden fünf Spielerinnen vom Club an der Alster sowie vier von Rot-Weiss Köln. Der DHC-Finalgegner Mannheimer HC stellt wie der Klub vom Seestern ebenfalls nur eine feste Olympiateilnehmerin. „Mir ist bewusst, dass es für alle, die nicht dabei sind, eine ganz harte Entscheidung und große Enttäuschung ist, was ich als ehemaliger Olympiateilnehmer absolut nachvollziehen kann“, sagt Bundestrainer Reckinger.

„Die Enttäuschung ist
logischerweise riesig.“
Elisa Gräve

Elisa Gräve dürfte das nur ein schwacher Trost sein. Nach ihrem im Bundesliga-Viertelfinale erlittenen Schlüsselbeinbruch hatte sie noch auf eine Fahrkarte gehofft, wurde aber nicht berufen. „Die Enttäuschung ist logischerweise riesig. Durch meine Verletzung hatte ich nun keine Chance mehr mich beim Nominierungslehrgang zu zeigen. Ein bisschen hatte ich darauf gehofft, dass der Bundestrainer nach der EM, die ich verletzungsbedingt noch nicht spielen kann, mir die Möglichkeit gibt, mich nochmal zu präsentieren. Aber dem ist leider nicht so“, sagt Gräve.

Oruz gehört mit 111 Länderspielen bereits zu den Erfahrenen im Kreis der „Danas“

Elisa Gräve. Foto: Kenny Beele

Grund zur Freude gab es hingegen für Selin Oruz. Die Kapitänin des DHC, die mit 111 absolvierten Länderspielen bei den „Danas“ trotz ihrer 24 Jahre bereits zu den erfahrenen Kräften zu zählen ist, gehört in den Niederlanden und Japan zum festen Aufgebot. „Kann es kaum erwarten“, schrieb Oruz, Mitglied des TEAM 2021 Düsseldorf, bei Instagram.

Es war ein ganz harter, aber unglaublich fairer Konkurrenzkampf um diese Olympia-Startplätze unter den Mädels. Alle haben im vergangenen halben Jahr noch einmal eine riesige Entwicklung hingelegt und es uns richtig schwer gemacht“, so Reckinger. „Die jetzt nominiert wurden, haben es sich mit ihrer Entwicklung aber absolut verdient und nur das kann für mich als verantwortlicher Bundestrainer das Kriterium sein. Ich bin mir sicher, dass wir mit dieser Mannschaft bei der EM und bei Olympia eine sehr gute Rolle spielen werden.“

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