Mit Comeback zum ersten Heimsieg

DEG dreht Spiel gegen Berlin

Foto: Birgit Häfner

von Tobias Kemberg

Lange Zeit laufen die Spieler in Rot und Gelb gegen die Eisbären einem Rückstand hinterher, dank einer starken Schlussphase gelingt beim 5:4 nach Verlängerung doch noch der erste Erfolg auf eigenem Eis in der Saison 2020/21. Maximilian Kammerer ist am Ende der Matchwinner.

Spiele im ISS DOME waren für Mathias Niederberger lange Zeit nichts Außergewöhnliches. Von 2015 bis 2020 stand der Torhüter in 203 Spielen in der Deutschen Eishockey Liga für die Düsseldorfer EG zwischen den Pfosten. Nach dem Ende der vergangenen Saison verließ der 28-Jährige seine Heimat und schloss sich zum zweiten Mal in seiner Karriere den Eisbären Berlin an. Am Montagabend kehrte Niederberger erstmals wieder zurück an die alte Wirkungsstätte – und verließ nach dem Spielende in Windeseile die Eisfläche.

Der Nationaltorhüter ärgerte sich, über den Spielverlauf und zwei verlorene Punkte aus Sicht seiner Mannschaft, die nach 16 Minuten schon mit 3:0 geführt hatte und am Ende in Overtime verlor. Niederbergers Frust bedeutete aber zugleich, dass die DEG im dritten Heimspiel der Saison 2020/21 endlich ihren Heimsieg einfahren konnte. Nach einer über vor allem in den ersten eineinhalb Dritteln mäßigen Leistung deutete lange Zeit nichts darauf hin. Am Ende aber gewannen die Düsseldorfer mit 5:4 (1:3, 0:0, 3:1, 1:0) nach Verlängerung.

Wir sind extrem schlecht gestartet und haben zu viele Strafen genommen“, sagte Stürmer Maximilian Kammerer, der seine Farben in der Overtime zum Sieg schoss. „Im letzten Drittel haben wir einfacher gespielt, hatten das Glück auf unserer Seite, sind aber auch verdient zurückgekommen.“

DEG läuft im ersten Abschnitt fast komplett hinterher

Acht Gegentore in 19 Unterzahlsituationen musste die DEG in den ersten fünf Partien hinnehmen. Und es waren keine fünf Minuten absolviert, als die ohnehin schon bescheidene Quote noch etwas schlechter wurde. Alexander Ehl saß wegen Hakens auf der Strafbank und Kris Foucault (5.) nutzte den Vorteil zum Führungstreffer für die Eisbären.

Foto: Birgit Häfner

Die Gäste dominierten den ersten Abschnitt, agierten im Kopf und zu Fuß immer mindestens einen Schritt schneller als die Düsseldorfer und erhöhten durch Pierre-Cedric Labrie (14.) auf 2:0. Unmittelbar danach wanderte auch Daniel Fischbuch für zwei Minuten in die Kühlbox. Marcel Noebels (16.), DEL-Spieler des Jahres 2019/20, bestrafte das mit dem dritten Treffer für den siebenmaligen DEL-Champion.

Dank einer artistischen Weiterverarbeitung von Jerome Flaake (18.), der die Scheibe nach Zuspiel von Nicholas Jensen aus der Luft heraus an Niederberger vorbei bugsierte, meldete sich die DEG noch vor der ersten Pause zurück. Das Einleiten einer Wende war dies aber noch nicht. In einem im zweiten Drittel nun offeneren Spiel blieben die Berliner die bessere Mannschaft. Die DEG nahm weiterhin unnötige Strafzeiten und das Offensivspiel litt unter zahlreichen ungenauen Pässen sowie zögerlichen Aktionen. Selbst zwei Fünf-gegen-drei-Situationen – eine im ersten und eine im zweiten Drittel – blieben ungenutzt.

Jensen, Kammerer und Olimb erzielen die Tore im Schlussdrittel

Dann wurde alles besser. Ein Überzahltor von Jensen (44.) machte die Begegnung wieder spannend. Zunächst nur für drei Minuten und 19 Sekunden, denn Mark Zengerle erzielte das 4:2 für die Gäste. Die Schlussoffensive der DEG begann mit dem erneuten Anschlusstreffer – für Kammerer (51.) war es das erste Erfolgserlebnis dieser Art in der Saison. Mit dem 4:4 durch Ken André Olimb (54.) war kurz vor dem Ende plötzlich wieder alles drin.

Aufgrund der deutlichen Steigerung im Schlussdrittel kämpfte und spielte sich die DEG in die Verlängerung, die angesichts Alexander Karachuns Pfostentreffer (57.) fast nicht nötig gewesen wäre. In dieser waren 66 Sekunden vorüber, dann sicherte Kammerer den zweiten Punkt und ersten Heimsieg.

Statistik: Düsseldorfer EG – Eisbären Berlin 5:4 n.V. (1:3, 0:0, 3:1, 1:0)
DEG/Tor: Pantkowski (Hane); Abwehr: Jensen, Cumiskey – Ebner, Nowak – Zanetti, Johannesen – Eder; Angriff: Alanov, Olimb, Fischbuch – Kammerer, Barta, Flaake – Karachun, Carey, From – Jahnke, Buzas, Ehl
Schiedsrichter: Hoppe/Rantala
Zuschauer: keine
Tore: 0:1 (4:43) Foucault (Zengerle, McKiernan/5-4), 0:2 (13:57) Labrie (Müller, Noebels), 0:3 (15:55) Noebels (Pföderl, Gawanke/5-4), 1:3 (17:26) Flaake (Jensen, Kammerer), 2:3 (43:47) Jensen (Olimb, From/5-4), 2:4 (47:06) Zengerle (White, Espeland), 3:4 (50:50) Kammerer (Flaake, Johannesen), 4:4 (53:33) Olimb (Carey, Fischbuch), 5:4 (61:06) Kammerer (Jensen, Pantkowski)
Strafminuten: 10:10
Torschüsse: 33:38

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